Keine Verschnaufpause für Schweizer Gardisten

Die Zeit des leeren Stuhls bedeutet für die Schweizergarde nicht weniger Arbeit. Sobald das Pontifikat des Papstes um 20 Uhr endet, sind sie für die Sicherheit der Kardinäle während des Konklave verantwortlich.

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Der Dienst der Schweizer Garde geht trotzt des Rücktritts von Papst Benedikt XVI ununterbrochen weiter. Ihr Auftrag wird es ab heute Abend sein, die Kardinäle während des Konklave zu schützen.

«Nach der Verabschiedung am Donnerstag im Innenhof des Apostolischen Palastes wird der Papst gegen 17 Uhr mit dem Helikopter nach Castel Gandolfo geflogen», sagt Urs Breitenmoser, Medienverantwortlicher der Schweizergarde.

Die Zeit der Sedisvakanz

Das Pontifikat endet um 20 Uhr. Damit beginnt auch die Zeit der Sedisvakanz («leerer Stuhl Petri»). Am späten Vormittag verabschiedete sich Benedikt in der Sala Clementina des Vatikans von den in Rom anwesenden Kardinälen. Dabei versprach er seinem Nachfolger «bedingungslosen Gehorsam». «Unter Euch ist auch der künftige Papst, dem ich meinen bedingungslosen Gehorsam und Ehrfurcht verspreche», sagte das scheidende Oberhaupt der katholischen Kirche. Er spendete den Geistlichen zudem seinen Segen und verabschiedete sich von jedem Kardinal einzeln.

Viele der anwesenden Purpurträger befinden sich bereits in Rom, weil sie im März einen neuen Papst wählen müssen. Die Kardinäle wiederum hatten Benedikt bei dessen Betreten des Raumes mit Applaus begrüsst.

Der Dekan des Kardinalskollegiums, Angelo Sodano, bedankte sich zudem in einer kurzen Ansprache beim scheidenden Papst. Am Nachmittag wollten Kardinalstaatssekretär Tarcisio Bertone und Sodano dem Pontifex noch im Vatikan Lebewohl sagen.

Entscheid über Konklave am Montag

Noch bis um 20 Uhr ist die Schweizergarde für den Schutz des Heiligen Vaters verantwortlich. Danach ziehen sich die Gardisten in die Vatikanstadt zurück. Nach dem Rücktritt des Papstes läuft für die Garde alles wie gewohnt – mit der Ausnahme, dass sie dann das Kardinalskollegium beschützt. «Während der Sedisvakanz schützen wir die Kardinäle, damit sie während des Konklave problemlos von ihrer Residenz in die Sixtinische Kapelle kommen», sagte der Mediensprecher.

Gemäss seinen Angaben werden die wahlberechtigten Kardinäle voraussichtlich am kommenden Montag in der Aula Paolo VI. zusammenkommen, um den Beginn des Konklave zu festzusetzen.

110 Gardisten

Die Schweizergarde ist seit 1506 zuständig für den Schutz des Papstes. Papst Julius II. hatte die Eidgenossenschaft um die Entsendung eines Kontingents zur Verteidigung des Vatikans angefragt. In diesen Zeiten hatten Schweizer Söldner einen exzellenten Ruf.

Heute besteht die Truppe aus 110 Gardisten. Zu ihren Aufgaben gehört der Schutz des Papstes, die Bewachung der Päpstlichen Residenz und der Haupteingänge zur Vatikanstadt, die Begleitung des Heiligen Vaters auf Auslandreisen sowie der Ordnungs- und Ehrendienst, zum Beispiel bei Besuchen von Staatsführern. (wid/sda)

Erstellt: 28.02.2013, 15:31 Uhr

Sagt Adieu zu den Kardinälen: Papst Benedikt in Rom. (Video: Reuters )

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Australischer Kardinal übt Kritik

Wenige Stunden vor dem Rücktritt Papst Benedikts XVI. hat der ranghöchste australische Geistliche, Kardinal George Pell, die Entscheidung zum Amtsverzicht kritisiert.

Der 85-Jährige mache es damit seinen Nachfolgern schwer, weil «Menschen, die mit einem der kommenden Päpste nicht einverstanden sind, jetzt Kampagnen für ihren Rücktritt anstossen können».

Benedikt XVI. sei sich «sehr bewusst» darüber, dass sein Rücktritt ein «Bruch mit der Tradition» sei und auf die Kirche «eher destabilisierend» wirke.

Pell, der mit seinen 71 Jahren am Konklave zur Wahl eines Papstnachfolgers teilnehmen darf, kritisierte zudem, der scheidende deutsche Papst sei zwar ein «brillanter Lehrer», aber «Regieren war nicht seine Stärke». Die katholische Kirche brauche nun einen Nachfolger, «der sie führen und wieder ein bisschen enger zusammenbringen kann». (sda)

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