Kleine Pokerturniere legalisieren

Die Pokerfreunde hatten heute im Nationalrat leichtes Spiel. Am Ende stand es 165 gegen 2 Stimmen, als es darum ging, ob öffentliche Turniere um kleine Beträge wieder legalisiert werden sollen.

Hatten im Nationalrat gute Karten: Freunde öffentlicher Pokerrunden fieberten mit. (Video: Keystone)

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Pokerturniere mit kleinen Einsätzen soll auch ausserhalb des Familien- und Freundeskreises zugelassen werden, und das mit klaren Auflagen. Der Nationalrat unterstützte heute mit 165 gegen 2 Stimmen eine Motion seiner Rechtskommission.

Kommissionssprecher Lukas Reimann (SVP, SG) wies darauf hin, dass Menschen, die zur Unterhaltung und nur um kleine Einsätze spielen wollten, in ausländische Casinos oder ins Internet ausweichen müssten. Denn Schweizer Spielbanken böten aus Gründen der Rendite keine Spiele um wenig Geld an.

Ein Geschenk an die Hobby-Spieler

Ausserhalb von Casinos sowie dem Familien- und Freundeskreis sei das Pokern jedoch verboten. Hobby-Spieler würden deshalb dazu gezwungen, in Spielbanken um Faktoren höhere Einsätze zu wagen, kritisierte Reimann das geltende Recht. Hobby-Pokerer ins Casino zu zwingen, sei auch aus Sicht der Suchtprävention bedenklich.

Der Bundesrat hatte die Motion, die Spieleinsätze bis 100 Franken legalisieren will, abgelehnt und auf den Verfassungsartikel zur Regelung der Geldspiele und die Vorarbeiten für dessen Umsetzung verwiesen. Bei dieser Gelegenheit würden gesetzliche Regelungen des Pokerspiels um geringe Beträge geprüft. Über den Verfassungsartikel wird am kommenden 11. März abgestimmt.

Justizministerin Simonetta Sommaruga sagte dazu, der Bundesrat habe bisher bei Ausnahmeregelungen für Geldspiele Zurückhaltung geübt. Auch wenn er Nein sage zur Motion, habe er verstanden, dass das Parlament offenbar eine offenere Regelung für Pokerspiele wünsche. Die Motion geht nun in den Ständerat.

Gemässigter Vorschlag

Nach dem höchstrichterlichen Verbot von öffentlichen Pokerturnieren dürfen zur Zeit nur noch lizenzierte Casinos solche Wettkämpfe durchführen. Seither finden viele Turniere in der Illegalität statt.

Die Pokerfreunde sehen in der Motion Reimann einen Kompromissvorschlag. Denn bei den Turnieren der Casinos gehe es jeweils um höhere Beträge, sagt Remo Bischofberger, ein ehemaliger Teilhaber von House of Poker, gegenüber der Bildagentur Keystone (siehe Video oben). Mit der Annahme von Reimanns Vorlage könnte diese Lücke geschlossen werden – und viele Pokerfreunde könnten wieder zurück in die Legalität geführt werden. (rub/sda)

Erstellt: 28.02.2012, 12:12 Uhr

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