Konsumentenschutz tauscht Werbekleber der Post ein

Die Post will «Stopp Werbung»-Aufkleber durch eigene ersetzen. Der Konsumentenschutz hat dafür kein Verständnis und lanciert eine Gegenaktion.

Ist den Konsumentenschützern ein Dorn im Auge: Ein «Werbung OK»-Kleber der Post.

Ist den Konsumentenschützern ein Dorn im Auge: Ein «Werbung OK»-Kleber der Post. Bild: 20 Minuten / nc

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Der Werbekleber-Streit geht in eine neue Runde. Die Stiftung für Konsumentenschutz (SKS) kontert die von der Post initiierte Aktion für «Werbung OK»-Kleber am Briefkasten mit ihrem kostenlosen «Stopp Werbung»-Kleber. Kunden können den Post-Kleber an die SKS schicken und erhalten dafür einen «Stopp Werbung»-Aufkleber der Konsumentenschützer. Die SKS übt zudem scharfe Kritik am Vorgehen der Post.

Rund 40'000 Postkunden in Bern, Lausanne und Luzern hätten von der Post einen «Werbung OK»-Kleber für ihren Briefkasten erhalten, schreibt die SKS. Damit solle das Geschäft mit der Zustellung von unerwünschter Werbung in Schwung gebracht werden.

Kritik an «Müsterlikampagne»

Denn wenn am Briefkasten ein «Stopp Werbung»-Kleber angebracht sei, bringe der Besitzer klar zum Ausdruck, dass Werbung unerwünscht sei. Die Post-Kunden haben nun laut SKS ein Schreiben der Post erhalten, in dem für die Monate Juli bis Dezember die Zustellung von Warenmustern in Aussicht gestellt wird. Dazu solle man doch bitte den «Stopp Werbung»-Kleber vom Briefkasten entfernen oder ihn mit dem mitgelieferten «Werbung OK-Kleber» überdecken.

Die Absicht der Post sei offensichtlich, kritisiert die SKS in einer Mitteilung vom Dienstag. Sie hoffe, dass auch nach Abschluss dieser «Müsterlikampagne» möglichst viele Briefkästen werbeempfänglich blieben. Schliesslich verdiene die Post an jeder zugestellten Werbesendung mit.

Überzeugung durch Pöstler

Die Post hat vor rund einem Monat ihre Pöstler zusätzlich angewiesen, Kunden von den neuen Klebern zu überzeugen. Post-Sprecher Bernhard Bürki sagte damals: «Es gibt viele Haushalte, die nach einem Umzug den Stopp-Kleber vom Vormieter übernehmen. Vielleicht aber möchten sie unadressierte Werbung, darum soll der Pöstler nachfragen, ob dem so ist.»

Die SKS äussert sich empört über die aggressive Art und Weise, mit der die Konsumentinnen und Konsumenten dazu gebracht werden sollen, unerwünschte Postsendungen zu akzeptieren. Die Post scheine den bewussten Entscheid ihrer Kunden gegen überflüssiges Werbematerial nicht akzeptieren zu können oder zu wollen. (dia/sda)

Erstellt: 08.07.2015, 11:22 Uhr

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