Linksextreme machen alles falsch

In jüngster Zeit mehren sich Angriffe auf Andersdenkende. Die Attacke auf Mörgeli und Köppel ist nur ein Beispiel. Mit «Notwehr» hat das nichts zu tun.

Scherben werfen Fragen auf: Zerstörte Scheibe an der Zürcher Weinbergstrasse im September 2011. <nobr>Foto: Keystone</nobr>

Scherben werfen Fragen auf: Zerstörte Scheibe an der Zürcher Weinbergstrasse im September 2011. Foto: Keystone

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Sie machen ernst. Am Mittwoch attackierte die Revolutionäre Jugend Zürich im Kulturlokal Sphères Mitglieder der «Weltwoche»-Redaktion, die dort ihre wöchentliche Sitzung abhalten wollten. Es gab ein Gerangel, Chefredaktor Roger Köppel und sein Mitarbeiter Christoph Mörgeli, beide SVP-Politiker, wurden mit Getränken attackiert.

Bekannt wurde der Angriff nicht etwa, weil die beiden Journalisten ihnen den Gefallen getan hätten, deswegen «in den Medien rumzuheulen»: Das unterstellten ihnen die Pseudo-Revoluzzer zwar, doch es trifft nicht zu. Köppel und Mörgeli haben sich bisher beide nicht öffentlich zum Vorfall geäussert.

Die Täter überschreiten die Grenze zur physischen Gewalt.

Also mussten die Aktivisten, um die ersehnte Aufmerksamkeit zu bekommen, ihre Heldentat selbst veröffentlichen. Sie garnierten das Ganze mit dem üblichen Schwurbel, es gehe hier um ein «Rassistenpack», das Menschen «tagtäglich erniedrige». Dass sie selber mit Gewalt gegen ihnen unliebsame Politiker vorgehen, rechtfertigen sie vorauseilend: Die «viel zitierte Meinungsfreiheit» sei «kein Argument».

Die Täter könnten nicht falscher liegen. Die Meinungsfreiheit ist das zentrale Argument. Was immer man von den Wortäusserungen Andersdenkender hält: Wer ihnen Getränke ins Gesicht schüttet, sie niederschreit, ihnen den Zutritt zu ihren Veranstaltungen verwehrt, überschreitet eine entscheidende Grenze. Die Grenze zur physischen Gewalt.

Es geht um Angriffe auf die freie Gesellschaft.

Es ist beunruhigend, dass sich die Fälle häufen: Am Dienstag hatte der schwarze Block in Basel versucht, Besucher vom Eintritt zur Show des durch #MeToo gefallenen Starkomikers Louis C. K. abzuhalten. Zuvor war in Zürich ein Auftritt des chilenischen Libertären Axel Kaiser gestört worden. Am 1. Mai hatten Unbekannte den «Weltwoche»-Autor Alex Baur angegriffen.

Die Gewalt wird jeweils damit gerechtfertigt, sie sei Antifaschismus, ja «Notwehr», was vor allem in den sozialen Medien auch noch auf Verständnis stösst, weil linke Gewalt ja angeblich harmloser ist als rechte. Und das ist ein Skandal.

Nein, es geht in all diesen Fällen nicht um Notwehr. Sondern um Angriffe auf die freie Gesellschaft, die auch so verurteilt werden sollten. Bedingungslos.

Erstellt: 02.12.2019, 13:00 Uhr

Artikel zum Thema

Getränke-Attacke auf Mörgeli und Köppel im Szenelokal Sphères

Autonome bespritzten die SVP-Politiker mit «Milchshakes» – die Folge: Ein Polizeieinsatz. Mehr...

Der Masturbator ist zurück

Der durch #MeToo gefallene Starkomiker Louis C.K. trat gestern in der Schweiz auf. Der schwarze Block schrie – das Publikum jubelte. Mehr...

Vermummte greifen «Weltwoche»-Journalisten an

Am 1.-Mai-Fest kam es auf dem Kasernenareal zu einem tätlichen Angriff gegen einen Journalisten und seine Familie. Mehr...

Die Redaktion auf Twitter

Stets informiert und aktuell. Folgen Sie uns auf dem Kurznachrichtendienst.

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Leser-Reporter

Haben Sie etwas Aussergewöhnliches gesehen, fotografiert oder gefilmt? Ist Ihnen etwas bekannt, das die Leserinnen und Leser von Tagesanzeiger.ch/Newsnet wissen sollten? Senden Sie uns Ihr Bild, Ihr Video, Ihre Information per MMS an 4488 (CHF 0.70 pro MMS).
Die Publikation eines exklusiven Leserreporter-Inhalts mit hohem Nachrichtenwert honoriert die Redaktion mit 50 Franken. Mehr...

Blog

Kommentare

Paid Post

Wie zahlen sich Investitionen in Analytics und KI aus?

Analytics und künstliche Intelligenz (KI) stehen bei vielen Unternehmen oben auf der Agenda. Das bedeutet aber nicht, dass die Investitionen auch zu einem geschäftlichen Mehrwert führen.

Die Welt in Bildern

Feuerschweif: Eine Spezialeinheit demonstriert am Indian Navy Day in Mumbai ihr Können. (4. Dezember 2019)
(Bild: Francis Mascarenhas) Mehr...