Luzi Bernet wird Chefredaktor der «NZZ am Sonntag»

Mit der Wahl des 53-Jährigen setzt der Verwaltungsrat auf Kontinuität und einen moderaten politischen Kurs. Die Redaktorenschaft freut sich.

Ab Herbst 2017 Chefredaktor der «NZZ am Sonntag»: Luzi Bernet. (Bild: www.nzz.ch)

Ab Herbst 2017 Chefredaktor der «NZZ am Sonntag»: Luzi Bernet. (Bild: www.nzz.ch)

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Verwaltungsratspräsident Etienne Jornod und CEO Veit Dengler haben die Belegschaft der «NZZ am Sonntag» am Dienstagvormittag orientiert: Der künftige Chefredaktor heisst Luzi Bernet. Er folgt auf Felix E. Müller, der dieses Jahr pensioniert wird. Müller hat die Zeitung seit ihrer Gründung im Jahr 2002 geleitet, nun ist er 66 Jahre alt. Auch Luzi Bernet war im Gründungsteam der «NZZ am Sonntag», wo er zunächst Inlandredaktor war, später Inlandchef, dann stellvertretender Chefredaktor. 2010 wechselte er zur NZZ, dort als Nachrichtenchef, später Mitglied der Chefredaktion, seit 2015 verantwortet er das Zürich-Ressort.

Nun kehrt der 53-Jährige zurück zur Sonntagsausgabe. Mit der Wahl von Luzi Bernet, der seine journalistische Karriere bei der «Zürichsee-Zeitung» begonnen hat und einige Jahre aus Brüssel über Europapolitik berichtete, setzt der NZZ-Verwaltungsrat auf Kontinuität und einen moderaten politischen Kurs. Dies ist mit Blick auf die Leserschaft der Sonntagsausgabe wohl angebracht. Im Gegensatz zum Mutterblatt NZZ, das einen rechtsfreisinnigen Kurs fährt, hat sich die «NZZ am Sonntag» stets mitte-rechts positioniert und ist damit publizistisch und kommerziell gut gefahren. Entsprechend schreibt auch die NZZ in ihrer Mitteilung: «Die 'NZZ am Sonntag' ist im Markt deutlich anders positioniert als die 'Neue Zürcher Zeitung'. An dieser publizistischen Eigenständigkeit will die NZZ-Mediengruppe festhalten.»

Eigenständige Redaktion

Die Redaktorenschaft der NZZ am Sonntag reagierte erleichtert bis hocherfreut auf die Ernennung von Luzi Bernet. Nicht nur, weil damit das Fortbestehen der Zeitung in ihrer heutigen publizistischen Form gesichert scheint. Sondern auch deshalb, weil Bernet aufgrund seines ausgeglichenen Temperaments als Vorgesetzter beliebt ist.

Im Vorfeld seiner Ernennung kursierte die Vermutung, dass der neue Chef der «NZZ am Sonntag» dem NZZ-Chefredaktor Eric Gujer unterstellt sein könnte. So wie Felix. E. Müller während der ersten Jahre Redaktionsleiter war und dem NZZ-Chefredaktor rapportierte. Dies ist nun nicht mehr der Fall. Bernet ist Chefredaktor und führt damit eine eigenständige Redaktion. Einzig in finanziellen Aspekten rapportiert er dem NZZ-Chef Gujer, publizistisch dem Verwaltungsratspräsidenten Jornod.

Ausserdem teilt die NZZ mit, dass die Position von Nicole Althaus, Mitglied der Chefredaktion der «NZZ am Sonntag», aufgewertet werde. Sie verantwortet neu als «Chefredaktorin Magazine» alle Zeitschriften und Periodika sowie den Buchverlag NZZ Libro. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 30.05.2017, 12:42 Uhr

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