Marsch «im Kernland der schweizerischen Atomenergie»

125 Organisationen aus der Schweiz und dem Ausland blasen zum Protestmarsch in der Standortregion des AKW Beznau. Damit wollen sie ein «unmissverständliches Zeichen» nach Bern senden.

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AKW-Gegner wollen an einer nationalen Kundgebung am 22. Mai im Aargau gegen Atomenergie protestieren. Die Demonstration in der Standortregion des AKW Beznau soll nach Angaben der Organisatoren ein «farbenfroher und friedlicher Marsch» sein. Die Kundgebung «im Kernland der schweizerischen Atomenergie» richte sich gegen die «verfehlte Atompolitik der Schweiz und für eine nachhaltige Energiepolitik», hielten Vertreter des Netzwerkes Menschenstrom gegen Atom in Baden AG fest.

Man wolle ein «unmissverständliches Zeichen» nach Bern und an die Stromwirtschaft schicken. Zum Netzwerk gehören über 125 linke und ökologische Gruppierungen aus der Schweiz und dem benachbarten Ausland. Bereits im Mai 2010 hatte Menschenstrom gegen Atom mit einem Marsch im solothurnischen Niederamt gegen den Neubau von AKW protestiert. Rund 4500 Personen machten damals mit.

Nach der Atomkatastrophe von Fukushima sei das Interesse an der Kundgebung deutlich gestiegen, hielten die Organisatoren am Mittwoch fest. Man sei daher für den 22. Mai auf eine deutlich höhere Teilnehmerzahl vorbereitet.

Sicherheitskonzept mit Kantonsbehörden

Die Route für die Kundgebung sei in Zusammenarbeit mit den betroffenen Gemeinden und dem Kanton festgelegt worden. Die Bewilligungen würden noch nicht schriftlich vorliegen. Sie seien jedoch fest zugesagt, hiess es. Die Zusammenarbeit mit den Behörden sei «sehr gut».

Ein friedlicher Ablauf der Kundgebung werde gewährleistet sein. Es würden insgesamt 150 freiwillige Helfer im Einsatz stehen, davon 60 Personen für das «Peacekeeping». Der Kanton habe das Sicherheitsdispositiv mit den Organisatoren abgesprochen, sagte Hans Peter Fricker, Generalsekretär des Aargauer Departementes Volkswirtschaft und Inneres.

Kein Armee-Helikopter

Auch habe der Kanton die Koordination der Gesuche bei den Gemeinden und den Privaten übernommen. Man werde am Ende bestätigen, dass alle Bewilligungen vorliegen würden.

Gemäss Fricker wird bei der Kundgebung auf den anfänglich diskutierten Einsatz eines Superpuma-Helikopters der Armee verzichtet. Es werde ein ziviler Helikopter eingesetzt. Das Sicherheitsdispositiv der Kantonspolizei sei festgelegt worden. Über Details gebe es keine Auskunft, hielt Fricker fest.

Viele Reden und Musik

Zwei Marschrouten werden am Sonntagnachmittag zur Hauptkundgebung in Kleindöttingen führen. Die 10 Kilometer lange Route geht unter anderem beim Zentralen Zwischenlager für radioaktive Abfälle (Zwilag) in Würenlingen und beim AKW Beznau in Döttingen vorbei.

Verschiedene Politikerinnen und Politiker treten auf, etwa die Nationalräte Geri Müller (Grüne, AG), Beat Jans (SP, BS) und Fabio Pedrina (SP, TI). Am Rednerpult stehen auch Michael Köpfli, Co-Präsident der Grünliberalen des Kantons Bern, sowie Cédric Wermuth, Vizepräsident der SP Schweiz. Zum Rahmenprogramm gehören ein «Sicherheitsorchester» sowie ein Auftritt des Songpoeten Aernschd Born, der bereits gegen das geplante AKW Kaiseraugst protestiert hatte. (rub/sda)

Erstellt: 11.05.2011, 13:13 Uhr

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