Martin Dahinden wird Botschafter in den USA

Die offizielle Vertretung der Schweiz in Washington bekommt einen neuen Chef. Aussenpolitiker zeigen sich überrascht.

Vertritt künftig die Schweiz in den USA: Martin Dahinden. (Archivbild)

Vertritt künftig die Schweiz in den USA: Martin Dahinden. (Archivbild) Bild: Keystone

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Wie Tagesanzeiger.ch/Newsnet erfahren hat, wird Deza-Chef Martin Dahinden neuer Botschafter der Schweiz in den USA. Er wird den aktuellen Schweizer Botschafter Manuel Sager in den USA ablösen. EDA-Sprecher Jean-Marc Crevoisier sagt dazu: «Kein Kommentar.»

Sager soll dem Vernehmen nach Leiter des Direktionsbereichs Globale Zusammenarbeit der DEZA, dem bisher Michel Mordasini angehört, werden. Botschafter Mordasini, ist zum Vizepräsidenten des Internationalen Fonds für landwirtschaftliche Entwicklung (Ifad) ernannt worden, wie Medien im August 2013 berichteten. Der Ifad ist eine Uno-Sonderorganisation mit Sitz in Rom und fungiert als internationale Finanzinstitution. Er bildet zusammen mit der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation und dem Welternährungsprogramm den Fachbereich für Ernährung und Landwirtschaft der Uno.

Erfahrener Diplomat

Mit dem 58 jährigen Dahinden übernimmt ein erfahrener Diplomat das Ruder in der Schweizer Botschaft in Washington. Nach seinem Eintritt in den diplomatischen Dienst (1987) war Martin Dahinden in Genf (Schweizerische Delegation beim GATT), an der Botschaft in Paris, als Stellvertreter des schweizerischen Botschafters in Nigeria und temporär an der schweizerischen Mission bei der UNO in New York im Einsatz. An der Zentrale arbeitete er im Dienst für Abrüstungspolitik und Nuklearfragen, als Chef der OSZE-Sektion und stellvertretender Leiter des OSZE-Koordinationsstabes während der schweizerischen OSZE-Präsidentschaft (1996), anschliessend als stellvertretender Leiter der schweizerischen Mission bei der Nato in Brüssel.

Der gelernte Wirtschaftswissenschafter Martin Dahinden ist seit 2008 Direktor der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA). Davor war er zuständig für Ressourcen und Aussennetz im EDA sowie Direktor des Genfer Zentrums für humanitäre Minenräumung (2000–2004).

Aussenpolitikerinnen sind überrascht

CVP-Aussenpolitikerin Elisabeth Schneider-Schneiter(BS) sagte zum Wechsel in der Schweizer Botschaft in den USA: «Rochaden sind zwar im EDA gang und gäbe. Dass Martin Dahinden den bisherigen Amtshinhaber nach so kurzer Zeit bereits ablöst, ist dennoch ein wenig überraschend. »Manuel Sagen sei erst seit zirka drei Jahren Botschafter in den USA. Martin Dahinden habe sich bisher vor allem durch sein Engagement in der Entwicklungspolitik ausgezeichnet. «Wenn man mich gefragt hätte, wer Botschafter Sager in den USA einst ablöst, hätte ich darum nicht unbedingt auf Martin Dahinden getippt», so Schneider-Schneiter.

FDP-NationalrätinChrista Markwalder, die sich in der Welt der Botschafter wie keine oder kein anderer Politikerin oder Politiker auskennt zeigt sich ebenfalls überrascht «zumal wir mit in den USA viele laufende politische Baustellen haben, welche Kontinuität erfordern würden. Wie ich vor Ort selber mehrmals festellen konnte, hat Botschafter Manuel Sager hervorragende Arbeit geleistet und dies in Zeiten, die von starken bilateralen Spannungen geprägt waren. Ich bin aber zuversichtlich, dass sich Martin Dahinden sehr schnell in die komplexen Dossier einarbeiten wird.»

(Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 23.10.2013, 15:42 Uhr

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