Mehr Zuwanderer aus Osteuropa

Laut einem Zeitungsbericht hat sich die Zahl der Einwanderer aus den ehemaligen Ostblockstaaten im Mai verfünffacht. Die SVP fordert bereits erneute Kontingente.

Mitten im Wahlkampf: Brunner will die Zuwanderung begrenzen.

Mitten im Wahlkampf: Brunner will die Zuwanderung begrenzen. Bild: Keystone

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Wie die «Aargauer Zeitung» in ihrer aktuellen Ausgabe berichtet, hat sich die Zahl der Einwanderer aus den ehemaligen Ländern des Ostblocks verfünffacht. Mit Bezug auf die neueste Statistik des Bundesamtes für Migration schreibt das Blatt, dass im Mai 989 neue Aufenthaltsbewilligungen erteilt worden seien. Im April lag die Zahl der Menschen, die den B-Status bekamen, demnach noch bei 195.

Die Zeitung hat SVP-Präsident Toni Brunner zu diesen Zahlen befragt: «Es zeigt sich, wie unkontrollierbar die Einwanderung geworden ist», wird Brunner zitiert, «wir müssen die Steuerung wieder selbst in die Hand nehmen.» Dies sei nur mit einer erneuten Einführung der Kontingente für alle Einwanderer möglich. Weiter zitiert das Blatt den Aargauer SVP-Nationalrat Luzi Stamm mit der Aussage, diese Entwicklung sei «oberdramatisch».

Effekt durch Umwandlung von Kurzaufenthalten?

FDP-Politiker Philipp Müller, der sich mit dem Thema Migration seit längerem profiliert, relativierte die Zahlen allerdings, wie es in dem Bericht weiter heisst. Ihm zufolge könnte sich ein Phänomen wiederholen, das schon 2007 bei der Aufhebung der Kontingente für die 15 EU-Staaten zu beobachten gewesen sei.

Seinerzeit, so Müller gegenüber der Zeitung weiter, seien Kurzaufenthalte einfach in Aufenthaltsbewilligungen umgewandelt worden. Dagegen spricht laut der «Aargauer Zeitung» derzeit allerdings, dass die Zahl der Kurzaufenthalter im Mai gegenüber dem Vormonat um knapp 200 Bewilligungen zugenommen habe.

(raa)

Erstellt: 15.07.2011, 09:00 Uhr

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