Interview

«Meine Positionen sind klar und verlässlich»

Macht SVP-Nationalrat Adrian Amstutz auch als Fraktionschef Politik mit der Motorsäge? Der Berner erläutert seinen alten und neuen Politstil.

«Eine Geschlossenheit, von der andere Fraktionen nur träumen können»: Der neue SVP-Fraktionschef Adrian Amstutz.

«Eine Geschlossenheit, von der andere Fraktionen nur träumen können»: Der neue SVP-Fraktionschef Adrian Amstutz. Bild: Pascal Lauener/Reuters

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Herr Amstutz, die SVP-Fraktion hat Sie zu ihrem neuen Präsidenten gewählt. Warum interessiert Sie dieser Job?
Die Leitung der grössten Fraktion im Bundeshaus ist eine neue und grosse Herausforderung, auf die ich mich mit grossem Respekt freue.

Was gab den Ausschlag, dass Sie sich gegen Pirmin Schwander (SZ), Luzi Stamm (AG) und Jürg Stahl (ZH) durchsetzen konnten?
Es gab korrekterweise eine geheime, das heisst schriftliche Wahl. Sie müssen also die Fraktionsmitglieder fragen, was sie zur Unterstützung meiner Wenigkeit bewogen hat.

Ihr Fraktionskollege Oskar Freysinger hat Sie im Vorfeld der Wahl als «lauter im Tonfall» als die anderen Kandidaten bezeichnet. War dies der Grund?
Meine politischen Positionen sind klar und verlässlich. Dazu kommt sicher meine gute Vernetzung innerhalb und ausserhalb der Fraktion.

Der Politologe Louis Perron hat in einem Interview dagegen erklärt, Sie seien der falsche Mann für den Job, weil Sie mit der Motorsäge politisieren.
Die Schelte eines linken Politologen ist für mich ein gutes Zeichen. Übrigens, mit der Motorsäge wird unser Schweizer Wald nachhaltig gepflegt und bewirtschaftet. Zudem schaffen kreative Holzkünstler wunderschöne Skulpturen.

Können Sie jetzt immer noch so deutsch und deutlich politisieren wie bisher?
Selbstverständlich!

Als Fraktionschef müssen Sie fraktionsübergreifend zusammenarbeiten. Wie steht es um die Beziehungen zu anderen Parteien?
Ich habe in allen Parteien gute Beziehungen zu Parlamentarierinnen und Parlamentariern. Es wird eine wichtige und schöne Aufgabe sein, dieses Beziehungsnetz zu pflegen und auszubauen.

Kritiker monieren, für die SVP sei es gar nicht wichtig, dass sie ihr Parteiprogramm durchbringt – ausser vielleicht bei der Ausländerpolitik. Ist das so?
Jede Partei vertritt in unserer Demokratie gemäss ihrem Wählerauftrag ihre Positionen. Dieses Recht nimmt natürlich auch die SVP wahr. Wer kämpft denn sonst seit Jahren verlässlich für Freiheit und Sicherheit sowie konsequent gegen den EU-Beitritt?

Seit den Wahlen hinterlässt die Fraktion keinen geschlossenen Eindruck. Wie wollen Sie die Reihen der SVP wieder schliessen?
Die SVP-Fraktion beweist in allen zentralen Politikbereichen eine Geschlossenheit, von der andere Fraktionen nur träumen können. Ich werde alles daran setzen, diese Geschlossenheit im Interesse der Sache auch weiterhin sicherzustellen.

Offenbar verliert die SVP wegen der Geschichte um Nationalbank-Präsident Philipp Hildebrand Mitglieder. Was sagen Sie dazu?
Es gibt nicht nur Austritte, sondern auch Eintritte. Die SVP ist nach wie vor die klar wählerstärkste Partei mit der grössten Fraktion im Bundeshaus.

Erstellt: 23.01.2012, 18:34 Uhr

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