Mörgeli verdächtigt seinen Ex-Chef

Zwei Mitarbeiter der Uni werden beschuldigt, das Amtsgeheimnis verletzt zu haben. Danach gab der Leiter des Medizinhistorischen Instituts seinen Posten ab. Mörgeli verdächtigt ihn nun, etwas mit den Indiskretionen zu tun zu haben.

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Die beiden Mitarbeitenden des Medizinhistorischen Museums der Universität Zürich wurden am Mittwoch festgenommen. Sie werden verdächtigt, in der Affäre Mörgeli das Amtsgeheimnis verletzt zu haben. «Die beiden Mitarbeitenden des Medizinhistorischen Instituts wurden im Anschluss an die Hausdurchsuchungen am Wohnort und am Arbeitsort in Haft genommen», wie der zuständige Staatsanwalt Andrej Gnehm gegenüber Tagesanzeiger.ch/Newsnet sagt.

Es galt abzuklären, ob eine Verdunkelungsgefahr besteht. Dies war jedoch nicht der Fall. Erst am Donnerstag wurden sie wieder entlassen. «Am Freitag wurde die Einstellung im Amt verfügt», wie Andreas Fischer, Rektor der Universität Zürich, auf Anfrage mitteilt. Wie lange die beiden Mitarbeiter von ihrem Arbeitsplatz fernbleiben, wird laut Fischer vom Ausgang des Strafverfahrens abhängen. Es gelte die Unschuldsvermutung.

Laut Fischer wusste die Universität im Vorfeld nicht, welche Mitarbeiter im Zentrum der Ermittlungen stehen. «Die Staatsanwaltschaft ermittelte unabhängig und informierte die Universität Zürich vergangene Woche», sagt Rektor Fischer. Die Frage, ob die Uni den Ermittlungsbehörden Hinweise gab, welche zur Verhaftung führten, beantwortet er mit Nein.

Weitere Verdächtige nicht auszuschliessen

Die Staatsanwaltschaft Zürich hat gegen die beiden Mitarbeiter inzwischen ein Verfahren wegen Amtsgeheimnisverletzung eingeleitet. Sie stehen im Verdacht, dem «Tages-Anzeiger» jene Dokumente zugespielt zu haben, welche die Affäre Mörgeli ins Rollen brachten. Konkret geht es um zwei Berichte. «Wir gehen davon aus, dass die Berichte vertraulich waren und daher ohne Ermächtigung weitergegeben wurden», sagt Staatsanwalt Gnehm.

Ob die beiden Verhafteten geständig sind, will Gnehm nicht bekannt geben. Die Ermittlungen würden weitergeführt. Es sei nicht auszuschliessen, dass noch weitere Personen das Amtsgeheimnis verletzt hätten.

Bei «Talk täglich» auf «Tele Züri» mutmasste Christoph Mörgeli über die Möglichkeit, ob sein ehemaliger Vorgesetzter die fraglichen Dokumente an den «Tagesanzeiger» weitergegeben habe: «Er ist in der Sache noch nicht aus dem Schneider. Ich kann mir schwer vorstellen, dass er ins Amt zurückkommt.»

Mörgeli-Chef gibt Institutsleitung ab

Beide wurden am 14. und 15. November befragt und nach einer Nacht im Gefängnis wieder auf freien Fuss gesetzt. Wie die Universität in ihrer Mitteilung schreibt, gehört Christoph Mörgelis Vorgesetzter, Flurin Condrau, nicht zu diesen Verdächtigen.

Die Situation für Condrau ist offenbar untragbar. Er habe ersucht, die Leitung des Institutes vorübergehend abzugeben, teilt die Universität mit. Laut Rektor Fischer stellte Condrau das Gesuch am Freitag, also am Tag nach der Freilassung seiner Mitarbeiter. Er werde sich nun weiterhin der Forschung und Lehre widmen. Den Leiterposten gibt er aber voraussichtlich bis mindestens zum Ende des Frühjahrssemesters 2013 ab.

Erstellt: 19.11.2012, 14:09 Uhr

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