«Monopolbetriebe werden entlastet»

Alle Schweizer Stromverbraucher bezahlen eine Abgabe zur Förderung von Ökostrom. Einzige Ausnahme: 29 Industriebetriebe. Das sei unfair, sagt die Schweizerische Energiestiftung.

Bezahlen weniger Ökoabgaben: Die Schweizerischen Rheinsalinen – im Bild eine Rheinsaline in Basel Land. (Archivbild)

Bezahlen weniger Ökoabgaben: Die Schweizerischen Rheinsalinen – im Bild eine Rheinsaline in Basel Land. (Archivbild) Bild: Keystone

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Sieben Giessereien und fünf Papierfabriken müssen nicht die volle Ökostrom-Förderabgabe bezahlen. Auch drei grosse Glasfabriken profitieren. Das zeigt die Liste der 29 rabattberechtigten Grossverbraucher des Bundesamtes für Energie, die der Sendung «10vor10» vom Schweizer Fernsehen SRF vorliegt.

Jürg Buri von der Schweizerischen Energiestiftung kritisiert diese Rabatte: «Je weniger die Industrie bezahlt, desto mehr kostet die Ökostrom-Förderung die Privathaushalte.» Die Förderabgabe für Ökostrom beträgt heute für alle 0.45 Rappen pro Kilowattstunde. Damit werden Solar- und Windanlagen subventioniert.

«Entlastung ist überlebenswichtig»

«Für uns ist die Entlastung überlebenswichtig», sagt Klemens Gottstein von der Papierfabrik Perlen gegenüber «10vor10». Konkurrenten im Ausland könnten viel billiger Strom beziehen. Die Papierfabrik erhält jedes Jahr rund eine Million Franken Rabatt.

Die Schweizerische Energiestiftung kritisiert, teilweise würden die falschen Firmen profitieren. So erhalten auch die Schweizerischen Rheinsalinen Rabatt. Jürg Buri: «Es leuchtet nicht ein, warum ein Monopolbetrieb entlastet werden soll.» Die Rheinsalinen hätten keinen Wettbewerbsdruck und lieferten nur in die Schweiz, so Buri. Demgegenüber fordert die Industrie, deutlich mehr Rabatte. Morgen diskutiert die Energiekommission des Ständerats über das Thema.

Erstellt: 20.02.2013, 22:03 Uhr

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