Nagelproben für die CVP in Luzern und die FDP im Tessin

Im Tessin müssen die Freisinnigen um ihren zweiten Regierungssitz bangen. Für die CVP ist der Urnengang in Luzern der wichtigste Gradmesser vor den eidgenössischen Wahlen im Herbst.

In Konkurrenz mit den Liberalen: Wahlkampfplakat der Lega in Lugano.

In Konkurrenz mit den Liberalen: Wahlkampfplakat der Lega in Lugano. Bild: Keystone

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Nach der Niederlage im Kanton Zürich vom vergangenen Wochenende steht für die CVP viel auf dem Spiel. Es geht um die Frage, ob sie in ihren Stammlanden in Luzern die stärkste Kraft im 120-köpfigen Parlament vor FDP, SVP, SP und Grünen bleibt oder ob sie wie in Zürich gegen die neuen Kräfte BDP und GLP verliert.

Auch die Regierungsratswahlen sorgen für Spannung. Die SVP, die nur von 2005 bis 2007 in der Regierung war, will in der Exekutive wieder Fuss fassen - mit dem Emmer Finanzdirektor Urs Dickerhof. Zur Zeit besteht die Regierung aus zwei Mitgliedern der CVP sowie einem Freisinnigen, einer Sozialdemokratin und einem Parteilosen.

Drei Regierungsmitglieder, Guido Graf (CVP), Yvonne Schärli (SP) und Marcel Schwerzmann (parteilos), treten erneut an. Insgesamt bewerben sich acht Kandidierende um einen der fünf Sitze. Wie sich die Luzerner Regierung künftig zusammensetzt, dürfte erst im zweiten Wahlgang vom 15. Mai klar werden.

Tessin: Historischer Umschwung möglich

Im Tessin könnten die Wahlberechtigten einen historischen Umschwung herbeiführen: Sie entscheiden am Sonntag, ob die FDP stärkste Partei in der Tessiner Regierung bleibt. Umfragen zufolge könnte es zwischen der FDP und der Lega dei Ticinesi zu einem Kopf- an-Kopf-Rennen um den zweiten Regierungssitz der FDP kommen. Sollte die Lega gewinnen und in Zukunft zwei der fünf Staatsräte stellen, würde das einen historischen Umschwung im traditionell liberal geprägten Tessin bedeuten.

Die aktuelle Regierung setzt sich aus zwei Vertretern der FDP sowie jeweils einem von CVP, SP und Lega zusammen. Von ihnen treten Patrizia Pesenti (SP), Luigi Pedrazzini (CVP) und Gabriele Gendotti (FDP) nicht mehr an. Für die wiederkandidierende Finanzdirektorin Laura Sadis (FDP) und ihren Kollegen vom Verkehrsdepartement, Marco Borradori (Lega), stehen die Prognosen gut, dass sie im Amt verbleiben.

Keine SVP-Kandidaten im Rennen

Die SVP, die traditionell eine untergeordnete Rolle im Tessin spielt, hat keine eigenen Kandidaten für den Regierungsrat aufgestellt. Den Grünen werden für den Staatsrat kaum Chancen eingeräumt.

Für die 90 Sitze im Kantonsparlament kandidieren insgesamt 676 Politiker auf zehn Listen. Die FDP wird hier aller Voraussicht nach stärkste Partei bleiben. Die Wahlergebnisse für das Kantonsparlament werden im Tessin erst am Montag bekannt gegeben. (raa/sda)

Erstellt: 10.04.2011, 07:35 Uhr

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