Nagra: Personelle Konsequenzen nicht ausgeschlossen

Es wird eng für das Führungstrio der Nagra: Noch in dieser Woche soll es wegen des umstrittenen Standortberichts zu einem Treffen mit dem Bundesamt für Energie kommen.

Niemand will den Müll: Zwischenlagerung radioaktiver Abfälle in der Behälterlagerhalle des Zwilag in Würenlingen.

Niemand will den Müll: Zwischenlagerung radioaktiver Abfälle in der Behälterlagerhalle des Zwilag in Würenlingen. Bild: Keystone

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Das Bundesamt für Energie (BFE) hat das Nagra-Führungstrio zu einem klärenden Gespräch vorgeladen. Personelle Konsequenzen schliesst das BFE nicht aus. Die Sache werde vermutlich Massnahmen nach sich ziehen, sagte BFE-Sprecherin Marianne Zünd auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda. Zuvor wolle das Bundesamt den Verantwortlichen der Nagra aber Gelegenheit geben, sich zu erklären.

Das Gespräch soll noch diese Woche stattfinden, ein Datum wurde allerdings noch nicht festgelegt. Eingeladen sind neben dem Vorsitzenden der Geschäftsleitung, Thomas Ernst, auch die beiden weiteren Mitglieder der Geschäftsleitung, Markus Fritschi und Piet Zuidema.

Nagra sieht keinen Handlungsbedarf

Der Verwaltungsratspräsident der Nagra, Ständerat Pankraz Freitag, sieht keinen Anlass für personelle Konsequenzen. Weder der Nagra-Verwaltungsrat noch der Vorsitzende der Geschäftsleitung habe das interne Papier gesehen. Dieses sei von Experten der Felduntersuchungen verfasst worden. Auch enthalte die zwanzigseitige Aktennotiz klare Hinweise, dass «nicht schon alles klar ist».

«Der Wirbel ist ungünstig», sagte Freitag heute Montag auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda. «Wir werden einigen Aufwand betreiben müssen, um uns zu erklären.» Die Nagra werde alle Fakten auf den Tisch legen. Danach würde sich die Sache hoffentlich einrenken, und die Zusammenarbeit in den Regionen könnte weitergehen.

Namen statt Platzhalter

Das BFE kritisiert nicht nur, dass die Nagra statt Platzhalter konkrete Namen von Standorten in ihr Papier aufgenommen hat. Es entspreche auch nicht dem geplantem Vorgehen, dass die Nagra entscheide, zu welchen Szenarien sie finanzielle Berechnungen mache und zu welchen nicht, sagte Zünd.

Denn: Der Prozess müsse ergebnisoffen bleiben. Die Einengung auf weniger als sechs Standorte erfolge alleine durch den Bundesrat, sagte Zünd. Dazu müsse die Nagra dem Bundesrat bis im Jahr 2014 Vorschläge für mindestens zwei Standorte pro Abfallkategorie abgeben.

Schnell klären

Ob das Vertrauen in die Nagra noch vorhanden ist, um die Standortsuche durchzuführen, wollte Zünd nicht sagen. Zuerst müsse die Sache so schnell und so umfassend wie möglich geklärt werden. Bisher sei das Vertrauensverhältnis zwischen Bundesamt für Energie und Nagra gut gewesen, sagte Zünd.

Im BFE sei man aber auch froh um kritische Beobachter wie Walter Wildi. Der Geologieprofessor hatte im September das BFE über das Nagra-Papier informiert, welche die «SonntagsZeitung» publik gemacht hatte. Das Papier erweckt den Eindruck, dass bereits eine Auswahl von zwei Standorten getroffen worden sei. (bru/sda)

Erstellt: 08.10.2012, 14:11 Uhr

Unter Druck: Nagrachef Thomas Ernst. (Bild: Keystone )

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