Natalie Rickli braucht eine Auszeit

Die umtriebige Zürcher SVP-Nationalrätin Natalie Rickli war in den letzten Jahren auf allen Kanälen präsent. Jetzt muss sie gesundheitshalber kürzertreten: Sie hat ein Burn-out.

Immer auf Draht: SVP-Politikerin Natalie Rickli.

Immer auf Draht: SVP-Politikerin Natalie Rickli. Bild: Keystone

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Die Zürcher SVP-Nationalrätin Natalie Rickli hat heute per Facebook bekannt gemacht, dass bei ihr ein Burn-out diagnostiziert wurde. «Burn-out – nie hätte ich gedacht, dass mir das passieren könnte», schreibt sie auf dem sozialen Netzwerk.

Job, Politik, Facebook und Twitter – immer sei sie auf Draht gewesen. Dabei habe sie kaum ausgespannt. Nun habe ihr der Arzt eine Pause verordnet. Daher habe sie auch an der ersten Sessionswoche in Bundesbern nicht teilgenommen. «Ebenso werde ich die nächste Zeit keine politischen Termine wahrnehmen. Ich werde mich ganz auf meine Erholung konzentrieren, damit ich mich in der nächsten Session wieder mit vollem Elan engagieren kann», so Rickli.

Ihre Erkrankung habe sie öffentlich mitgeteilt, weil sie nicht wolle, dass über ihre Abwesenheit Gerüchte kursieren.

Fehr ist überrascht

Hans Fehr, Zürcher Fraktionskollege von Rickli, zeigt sich sehr überrascht: Er habe das bisher nicht gehört. Er wünsche ihr alles Gute. Erfahrungsgemäss müsse man sich in solchen Situation Zeit lassen. Er hoffe aber, dass Natalie Rickli politisch und beruflich schnell wieder aktiv sei.

Lukas Reimann, der andere Jungstar der SVP, sagt, er habe den Eintrag von Natalie Rickli noch nicht gelesen. Er wünsche ihr aber, dass sie sich schnell erhole und mit grosser Energie zurückkehre.

Auch der Vizepräsident der Grünen, Bastien Girod, der politisch das Heu gar nicht auf der gleichen Bühne hat wie Rickli, wünscht ihr gute Besserung.

Doris Fiala versteht Rickli

Die Zürcher FDP-Nationalrätin Doris Fiala kann die Entscheidung von Rickli nachvollziehen: «Wenn auf verschiedenen Ebenen Druck entsteht, also zum Beispiel in Politik, in Medien und im Beruf, dann kann es schon vorkommen, dass es irgendeinmal auch für einen sensiblen Menschen zu viel wird.»

Das passiere vor allem dann, wenn man nicht langsam in sein Amt hineingewachsen sei, sondern wie Rickli innerhalb kurzer Zeit zum Shootingstar wurde. Dazu Fiala: «Der Status als Politstar bringt auch eine Belastung mit sich. Dazu kommt, dass der Druck auch durch die neuen Medien viel grösser geworden ist als vor einigen Jahren.»

(moo/rbi)

Erstellt: 13.09.2012, 17:36 Uhr

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