Neuer Schlag für Spaniens Banken

Moody's hat in einem Rundumschlag 28 spanische Banken herabgestuft. Trotzdem ortet die US-Ratingagentur einen Lichtblick im iberischen Finanzsektor.

Für die iberischen Banken wird die Lage immer heikler: Das Tableau an der spanischen Börse zeigt Abwärtskurven. (11. Juni 2012)

Für die iberischen Banken wird die Lage immer heikler: Das Tableau an der spanischen Börse zeigt Abwärtskurven. (11. Juni 2012) Bild: Keystone

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Neuer Tiefschlag für Spanien: Kurz nachdem die Regierung offiziell Hilfen der Eurozone beantragt hatte, stufte die US-Ratingagentur Moody's die Bonität von 28 spanischen Banken herab. Für einzelne Kreditinstitute ging es um ganze vier Stufen nach unten.

Herabgestuft wurden zahlreiche kleinere Institute, aber auch die Grossbanken Banco Santander und BBVA. Für die betroffenen Banken dürfte es damit noch schwieriger und teurer werden, an frisches Geld zu gelangen. Es ist bereits das zweite Mal innerhalb von sechs Wochen, dass Moody's spanische Kreditinstitute herabstuft.

Während die beiden Grossbanken nach der jüngsten Herabstufung immerhin noch eine befriedigende Kreditwürdigkeit besitzen, sind weitere Regionalbanken auf das sogenannte Ramschniveau abgerutscht. Diese Marke gilt für Investoren als deutliches Warnsignal, dass sie Gefahr laufen, ihr Geld zu verlieren.

Moody's begründete die Herabstufung damit, dass der Staat immer weniger in der Lage sei, der notleidenden Bankenbranche zu helfen. Spanien selbst muss an den internationalen Kapitalmärkten mittlerweile hohe Zinsen zahlen, um sich Geld zu leihen.

Staat unter Druck

Vor knapp zwei Wochen hatte Moody's die Kreditwürdigkeit von Spanien von A3 auf Baa3 herabgestuft - das ist nur noch eine Stufe über Ramschstatus. Entsprechend kritischer werden nun auch die Banken des Landes bewertet. Einzig Banco Santander kommt unter anderem dank eines starken Auslandsgeschäfts mit «Baa2» auf eine bessere Note als der Staat.

Die spanische Regierung hatte angesichts der vertrackten Lage am Montagmorgen offiziell Hilfen für die Banken aus dem Euro-Rettungsfonds beantragt. wie viel Geld Spanien für die Rettung seiner maroden Banken braucht, hat die Regierung bislang offen gelassen.

Spaniens Zentralbank nannte vor wenigen Tagen einen Bedarf von bis zu 62 Milliarden Euro. Die Euroländer hatten Madrid zuvor eine Unterstützung von bis zu 100 Milliarden Euro in Aussicht gestellt. Genauere Angaben zum Rettungspaket sollen in zwei Wochen feststehen.

Geplatzte Kredite

Die spanischen Banken leiden unter der wirtschaftlichen Schwäche des Landes und der Immobilienkrise. Zahlreiche Kredite sind schon geplatzt. Moody's erwartet, dass die Banken noch höhere Verluste aus Gewerbeimmobilien verkraften müssen.

Das wiederum lasse es immer wahrscheinlicher werden, dass die Banken externe Hilfe in Anspruch nehmen müssen, hiess es. Trotz der jüngsten Herabstufung der Banken äusserte sich Moody's aber ermutigt durch die umfassenden Massnahmen, die Spanien zur Unterstützung seiner Banken angekündigt hatte.

Moody's blickt allgemein mit erhöhter Sorge auf die Finanzhäuser weltweit. Am Donnerstag hatte die Ratingagentur vor dem Hintergrund der europäischen Schuldenkrise und einer lustlosen US-Wirtschaft die Bonitätsnoten von 15 Kreditinstitute herabgestuft, darunter auch diejenigen der Schweizer Grossbanken UBS und Credit Suisse. (rbi/bru/sda)

Erstellt: 26.06.2012, 06:33 Uhr

In Bedrängnis: Die spanischen Banken. (Video: Reuters )

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