Nicolas Blancho rechtfertigt Steinigung

In einem Video verteidigt der Präsident des Islamischen Zentralrats seine Weigerung, sich von der Steinigung als Strafe für Ehebruch zu distanzieren.

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Nicolas Blancho, Präsident des Islamischen Zentralrats (IZRS), rechtfertigt in einem Facebook-Video die Steinigung als Strafe bei Ehebruch. Blancho warnt vor der Relativierung der Texte im Koran. Dazu verweist er auf die Sendung «Arena» im Jahr 2010. Dort wurde er aufgefordert, sich von der Praxis der Steinigung zu distanzieren, wie sie etwa der Iran vorschreibt. «Alle droschen auf mich, alle drängten darauf hin», erinnert sich Blancho im Video.

Jetzt, sieben Jahre später, bereut es Blancho «kein bisschen», dass er sich damals in der «Arena» nicht distanziert hat. Doch will Blancho die Steinigung auch für die Schweiz? Auf Anfrage von 20 Minuten teilt der IZRS mit, «dass man die Anwendung der strafrechtlichen Abteilung der Scharia ausserhalb eines islamischen Systems klar ablehnt».

IZRS-Gegner sehen sich bestätigt

FDP-Nationalrat Hans-Peter Portmann sieht sich in seinem Vorhaben, «extrem islamistische Bewegungen, die Ideologien wie der Scharia nahestehen», zu verbieten, bestätigt. Er will «Organisationen, welche sich innerhalb ihrer Kulturen nicht deutlich von verfassungswidrigem Verhalten abgrenzen oder gar damit sympathisieren», auf den Index setzen.

Für Samuel Behloul, Titularprofessor für Religionswissenschaft an der Uni Luzern, wäre ein Verbot des IZRS nicht zielführend. Bisher fehle auch der Beweis, dass die Gruppe die öffentliche Ordnung und Sicherheit gefährde. Behloul hält das Bekenntnis zur Steinigung für eine weitere gezielte Provokation des IZRS. Als Splittergruppe werde der IZRS ohnehin von der Mehrheit der Muslime in der Schweiz belächelt.

Übernommen von «20 Minuten» bearbeitet von Tagesanzeiger.ch/Newsnet

Erstellt: 27.06.2017, 08:06 Uhr

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