Nun sind die Sammelprofis auf Unterschriften-Fang

Ein Monat vor Ablauf der Sammelfrist fehlt der FDP für die Initiative «Bürokratie-Stopp» rund 15'000 Stimmen. Professionelle Sammler sollen nun helfen, dass die Partei ihr Ziel erreicht.

Zeitaufwändig: FDP-Mitglieder sammeln Stimmen für die Initiative «Bürokratie-Stopp».

Zeitaufwändig: FDP-Mitglieder sammeln Stimmen für die Initiative «Bürokratie-Stopp». Bild: Keystone

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Die Volksinitiative «Bürokratie-Stopp» der FDP droht zu scheitern. Einen Monat vor Ablauf der Frist fehlen der Partei noch über 15'000 Unterschriften. Die Partei greift auf Sammelprofis zurück, um die notwendige Marke von 100'000 Unterschriften doch noch zu erreichen. «Im Moment stehen wir bei etwas über 85'000 Unterschriften», sagte Stefan Brupbacher am Freitag auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda. Um die restlichen Unterschriften zu sammeln, mobilisiere die FDP neben ihren Mitgliedern auch «einige» Sammelprofis.

Es handle sich um «eine Handvoll» Sammler, die für die Partei auf Unterschriftenfang gehe, sagte Brupbacher. Wie viele bezahlte Leute genau für die Initiative am Sammeln seien, konnte er nicht sagen. Auch über die Höhe der Kosten für die professionellen Sammler gab die FDP keine Auskunft.

Pelli startet erneuten Spendenaufruf

FDP-Parteipräsident Fulvio Pelli rief zum wiederholten Mal zum Unterschriftensammeln auf. Zwar sei seit seinem letzten Aufruf ein Ruck durch die Partei gegangen, heisst es in dem Aufruf. Doch das reiche noch nicht.

Die FDP hatte ihre «Bürokratie-Stopp»-Volksinitiative mit Blick auf die letzten Parlamentswahlen lanciert. Es war erst das dritte Mal, dass die Partei auf das Mittel der Volksinitiative zurückgriff.

Bei der Lancierung hatte Pelli gesagt, die Schweiz sei nicht mehr von «kriegerischen Mächten» bedroht, sondern von «wuchernden bürokratischen Hürden». Gegen das «Bürokratie-Monster» müsse gekämpft werden.

Teurer Endspurt

Für eine eidgenössische Volksinitiative braucht es 100'000 gültige Unterschriften. Eine Recherche der Nachrichtenagentur sda im vergangenen Herbst hatte gezeigt, dass Parteien wegen Personalmangels viel Geld für Volksinitiativen zahlen. Unter anderem die SP, Grüne, FDP oder die SVP gaben zu, schon auf die Hilfe von Sammelprofis zurückgegriffen zu haben.

Die FDP räumte im September 2011 ein, für ihre Volksinitiative Sammelprofis zu engagieren. Die Freisinnigen verfügten aber «weder über die Absicht noch das Geld, um im grossen Stil für Unterschriften zu bezahlen», sagte FDP-Sprecher Noé Blancpain damals. (kpn/sda)

Erstellt: 09.03.2012, 21:54 Uhr

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