Nur der Luxus-Bomber ist gut genug

Schweizer Offiziere befürchten, dass der Bund überholte Kampfjets kaufen will. Ihnen schwebt ein ganz besonderer Typ vor.

Bei Offizieren hoch im Kurs: Der US-Jet F-35. (Video: Tamedia)

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Welches neue Kampfflugzeug darf es denn sein? Daran scheiden sich nicht nur die Militär-Geister. Andreas Bölsterli, Chefredaktor der «Allgemeinen Schweizerischen Militärzeitschrift», weist beispielsweise in seinem Editorial darauf hin, dass die Typen Rafale und Eurofighter zu alt für die Schweiz seien. Die Technologien der beiden Jets seien nicht mehr auf dem neusten Stand.

Dabei stünden die beiden Flugzeutypen in der Favoritenrolle im 8-Milliarden-Rennen, schreibt die «Aargauer Zeitung». Der Rafale stamme aus dem westlichen Nachbarland, habe sich bewährt und stehe in der Gunst von Verteidigungsminister Guy Parmelin, der als Frankreich-Freund gelte. Chancen habe aber auch der Eurofighter, bei dem Deutschland federführend sei. «Manch ein Politiker würde den Kampfjet-Kauf gerne als Trumpf in den schwierigen Verhandlungen mit der EU benutzen», schreibt die AZ weiter.

Die 5. Generation erwünscht

Doch hohe Offiziere der Schweizer Armee sind weder über den Eurofighter noch den französischen Jet glücklich. Für Divisionär Bölsterli geht es bei den geplanten Investitionen in Milliarden-Höhe «nicht nur um den Ersatz von Flugzeugen, sondern um die eigentliche Existenz der Luftwaffe und damit auch um das Gesamtsystem der Armee». Denn bis diese beiden Kampfjets tatsächlich für die Schweizer Luftwaffe abheben würden, seien sie technologisch überholt. Deshalb meint Bölsterli, dass Jets der 5. Generation beschafft werden müssten, und nicht jene der aktuellen und überholten 4. Generation.

In den Augen des Divisionärs wäre für die Schweizer Armee der amerikanische Tarnkappenbomber F-35 die beste Lösung. «Als einziges der fünf offiziell zur Debatte stehenden Flugzeuge gehört der Jet des Herstellers Lockheed Martin der modernen 5. Generation an», weiss die AZ. Neben dem Eurofighter und dem Rafale gehören gemäss Bölsterli auch die anderen Kampfjets, die zur Auswahl stehen, nicht der modernsten Generation an, also der Gripen E sowie der Super Hornet (beide 4+).

Vorfreude auf die Volksabstimmung

Die Vorteile der Jets aus den USA: Sie sind für Radare weniger sichtbar, sie sind multifunktional, extrem manövrierfähig und schnell. Und sie verfügen über eine höhere Kampfkraft. Laut der AZ ist der Hersteller Lockheed Martin momentan in der Schweiz sehr präsent und startet eine Charmeoffensive. Es soll auch widerlegt werden, dass der F-35 viel zu teuer sei. Der Jet kostet gemäss amerikanischen Informationen zukünftig nur noch 80 Millionen Dollar pro Stück. Noch vor einem Jahr gingen Vertreter des US-Militärs von 155 Millionen Dollar pro Flugzeug aus.

Einen anderen Blickwinkel hat die Gruppe Schweiz ohne Armee (GSoA). «Der F-35 ist ein absoluter Luxusjet, ein Tarnkappenbomber, der sich nicht gut für luftpolizeiliche Dienste eignet und der sehr teuer ist. Man muss doch auch an die Finanzen denken», erklärt GSoA-Mitglied Lewin Lempert in der AZ. Lempert vergleicht den F-35 mit einem US-Ferrari. «Wenn die Typenwahl wirklich auf den F-35 fällt, zeigen die Militaristen ihr wahres Gesicht.» Es gehe ihnen nicht um eine vernünftige Lösung, sondern sie würden immer das neueste und teuerste Flugzeug haben wollen. «Auf diese Volksabstimmung würden wir uns freuen.»

(fal)

Erstellt: 22.12.2017, 11:26 Uhr

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