Nur jeder dritte Deutsche will zurück

Über 305'000 Deutsche leben derzeit in der Schweiz, und sie fühlen sich mehrheitlich wohl. Das ergibt eine Nationalfondsstudie, die nach den Gründen gefragt hat.

Deutschen in der Schweiz geht es besser als in ihrer Heimat: Ein Auto geschmückt mit beiden Fahnen.

Deutschen in der Schweiz geht es besser als in ihrer Heimat: Ein Auto geschmückt mit beiden Fahnen. Bild: Gaetan Bally/Keystone

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Eine Nationalfondsstudie hat erstmals die Gründe untersucht, warum es so vielen Deutschen – über 305'000 – in der Schweiz so gut gefällt. Das Resultat, über das die «NZZ am Sonntag» berichtet: ein hoher Lebensstandard, hoher Lohn und eine hohe Lebensqualität. Nur jeder dritte eingewanderte Deutsche würde wieder zurück in die Heimat wollen.

Integrationsberater Matthias Estermann sagt dazu: «Die meisten Deutschen leben gerne hier, weil es ihnen wirtschaftlich besser geht als ihren Bekannten und Verwandten, die in Deutschland geblieben sind.»

Vielen gehe es so, wie es ihm selber ergangen ist, erklärt Estermann der «NZZ am Sonntag»: Sie hatten eigentlich vor, zwei, drei Jahre in der Schweiz Geld zu machen und zurückzukehren. «Aber wenn sie dann mal hier sind und sich auf die Schweiz eingestellt haben, wollen die meisten bleiben.»

Mehrheit spürt keine Deutschenfeindlichkeit

Für die Studie wurden 2000 Personen befragt. Als Negativpunkte nannten sie besonders häufig eine geringe gesellschaftliche Toleranz, den schwierigen Wohnungsmarkt und fehlende Möglichkeiten zur Kinderbetreuung.

Die Mehrheit der Umfrageteilnehmer spüre aber nichts von Deutschenfeindlichkeit, wie es in dem Artikel weiter heisst. Vor wenigen Jahren schien die Abneigung gegenüber unseren nördlichen Nachbarn deutlich grösser zu sein. Dabei sagt Estermann, dass die Deutschenfeindlichkeit «oft durch die Deutschen selbst ausgelöst» werde, «weil sie dumme Sprüche klopfen».

Mehr Heiraten und Einbürgerungen

Jeder, der in die Schweiz komme, habe falsche Vorstellungen, sagt Estermann. Die kulturellen und sprachlichen Unterschiede seien aber grösser als gedacht, und man müsse sich engagieren, um sich zu integrieren. Dass das immer besser gelingt, zeigt sich laut der «NZZ am Sonntag» an steigenden Zahlen binationaler Ehen und an Einbürgerungen.

Vor 20 Jahren heirateten demnach erst 1219 deutsch-schweizerische Paare, 2016 waren es schon 2239. Vor zehn Jahren erhielten 1290 Deutsche den Schweizer Pass, in den letzten zwölf Monaten seien es fast 4800 gewesen. (roy)

Erstellt: 13.08.2017, 04:37 Uhr

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