«Offen, konstruktiv, ohne Tabus»

Das sagt SRG-Direktor Roger de Weck über das Ja zum RTVG. Fünf Punkte, fünf Antworten.

Verspricht eine intensive Debatte über den Service public: SRG-Generaldirektor Roger de Weck. Bild: Peter Schneider/Keystone

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Spät gab er Auskunft, aber er gab. Kurz nach 18 Uhr stellte sich SRG-Generaldirektor Roger de Weck den Fragen der Medien. Hier die wichtigsten Aussagen von de Weck.

Zum knappen Resultat.
«Ich freue mich, dass wir einen Schritt in die Gegenwart gemacht haben. Wir haben nach dieser Abstimmung ein Gebührensystem, das auf der Höhe der digitalen Zukunft liegt. Nun geht es um die Zukunft des Service public, diese Debatte beginnt jetzt. Die SRG stellt sich dieser Debatte. Offen, konstruktiv, ohne Tabus.»

Zur neuen Debatte über den Service public.
«Die Debatte wird in der Branche seit Jahren geführt. Anhand dieser Abstimmung fand sie ein breiteres Publikum. Darin liegt eine Kraft der direkten Demokratie. Ende 2015 wird ein Bericht der Eidgenössischen Medienkommission erscheinen, Anfang 2016 einer des Bundesrats. 2017 läuft unser zehnjähriger Leistungsauftrag aus, über den neuen Auftrag wird man breit diskutieren. Mit anderen Worten: Bis zum Ende des Jahrzehnts werden wir intensiv über den Service public sprechen.»

Bis zum Ende des Jahrzehnts werden wir intensiv über den Service Public sprechen.Roger de Weck

Zu seiner Rolle als SRG-Generaldirektor im Abstimmungskampf.
«Der Abstimmungskampf wurde nicht von der SRG geführt, sondern von den Parteien. Wo ich gefragt wurde, habe ich Antworten gegeben.»

Zur Bedeutung des Resultats für die SRG – war das ein Schuss vor den Bug?
«Nein, weil es keine Abstimmung über die SRG war - sondern eine über ein neues Gebührenmodell. Das haben auch die vielen Gespräche mit Bürgerinnen und Bürgern während des Abstimmungskampfes gezeigt. Man entscheidet über eine Vorlage, egal, was sonst noch diskutiert wird. In einem Abstimmungskampf gibt es Streit und Opposition. Jetzt ist es an der Zeit, dass man sich findet und wieder den guten, pragmatischen Schweizer Dialog aufnimmt.»

Es war keine Abstimmung über die SRG.Roger de Weck

Zum schlechten Abschneiden in der Deutschschweiz.
«Natürlich ist die Diskussion in den verschiedenen Landesteilen unterschiedlich verlaufen. Man kann aber nicht pauschal sagen, dass alles, was in der Deutschschweiz läuft, massgeblich ist für das gesamte Land.»

Zum Nein im Tessin.
«Ich bin gern und oft im Tessin. Ich sehe das Resultat als Einladung, noch öfter ins Tessin zu reisen, um noch etwas besser zu verstehen, wie unsere Miteidgenossinnen und Miteidgenossen ticken. Gerade vor dem Hintergrund, dass RSI in Lugano einen hervorragenden Job macht.»

Erstellt: 14.06.2015, 20:53 Uhr

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