Offiziersgesellschaft unterstützt Vorstoss zum Einsammeln der Waffen

Heute werden im Nationalrat verschiedene Vorstösse zu einem verschärften Waffengesetz diskutiert. Unerwartete Unterstützung erhält die Sicherheitskommission nun von der Offiziersgesellschaft.

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Drei Monate ist es her, seit im kleinen Walliser Dörfchen Daillon ein 33-Jähriger mit einem alten Armeekarabiner und einer Jagdflinte um sich schoss und drei Menschen tötete. Das Drama hat die Diskussion um strengere Waffengesetze neu entfacht. Heute Nachmittag wird auch im Nationalrat über verschiedene Vorstösse debattiert. Die nationalrätliche Sicherheitskommission erhält in ihren Anliegen nun überraschend Unterstützung von der Schweizerischen Offiziersgesellschaft, wie Schweizer Radio SRF heute in der Sendung «Heute Morgen» berichtete.

Der Bund soll landesweite Sammelstellen für Armeewaffen einführen, fordert Denis Froidevaux, Präsident der Schweizerischen Offiziersgesellschaft. Es sei unbestritten, dass die Existenz von rund 2,5 Millionen Waffen die öffentliche Sicherheit schwerwiegend gefährden könne, sagte er gegenüber dem Sender. Die Glaubwürdigkeit der Armee werde belastete, wenn eine ausgemusterte Armeewaffe in Amokläufe wie in Daillon involviert sei, findet Froidevaux.

Wenig Interesse beim VBS

Der Brigadier fordert deshalb, der Bund solle mit einem nationalen Programm die Besitzer von Waffen oder ihre Erben dazu veranlassen, die Waffen freiwillig zurückzugeben, wenn sie nicht mehr gebraucht würden. In jedem Kanton könnten Sammelstellen eröffnet werden. Und die Logistikbasis der Armee würde diese steuern, sagte Froidevaux.

Anlässlich eines informellen Gesprächs habe er diesen Vorschlag bereits dem Verteidigungsdepartement (VBS) unterbreitet. Auf grosses Interesse sei sie aber nicht gestossen. Man habe dort betont, dass es sich nicht nur um ein Problem des VBS handelt. Froidevaux findet deshalb: «Nun ist der Moment für alle involvierten Departemente gekommen, um sich gemeinsam an einen Tisch zu setzen.»

Galladé ist erfreut über die Unterstützung

Erfreut über die unerwartete Hilfe zeigte sich Chantal Galladé, Präsidentin der nationalrätlichen Sicherheitskommission (SIK): «Es freut mich, dass diese Einsammelaktionen von Seiten der Schweizerischen Offiziersgesellschaft angestossen werden, dann so haben sie sicherlich grössere Chancen, auch in der Politik eine Mehrheit zu finden», sagte sie gegenüber der Sendung.

Am (heutigen) Mittwoch wird sich der Nationalrat mit verschiedenen Vorstössen zu Waffen, unter anderem zu einem besseren Informationsaustausch zwischen den Kantonen sowie der Einführung einer Meldepflicht an das VBS, befassen. (heb/sda)

Erstellt: 13.03.2013, 11:11 Uhr

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