Ogi fordert Rücktritt Blochers

Alt-Bundesrat Adolf Ogi macht sich Sorgen um die SVP. Er spricht von «Machenschaften» und glaubt, dass Christoph Blocher nun die Konsequenzen ziehen müsse.

Deutlicher Fingerzeig: Adolf Ogi und Christoph an der Albisgüetli-Tagung. (21. Januar 2000)

Deutlicher Fingerzeig: Adolf Ogi und Christoph an der Albisgüetli-Tagung. (21. Januar 2000) Bild: Keystone

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Dass im SVP-Wahlkampf 2007 Millionenbeträge in bar übergeben wurden, stösst jetzt auch parteiintern auf Kritik. Die früheren Parteipräsidenten Hans Uhlmann und Adolf Ogi reagieren gegenüber der Zeitung «Der Sonntag» erstaunt: Zu ihrer Zeit sei in Wahlkämpfen nie mit Bargeld operiert worden.

Auslöser dieser Kritik sind Enthüllungen über «die Partei, die am liebsten bar zahlt», wie die NZZ gestern titelte. Die Zeitung, der vertrauliche SVP-interne Dokumente vorliegen, wartete mit neuen Details auf. Gemäss einer Finanzübersicht hat die SVP im Wahlkampf 2007, der vom damaligen Bundesrat Christoph Blocher gesteuert worden sei, «Rechnungen von 750'000 Franken bar bezahlt». So gab es etwa eine Zahlung an die Werbeagentur Goal von 197'008 Franken.

Adolf Ogi spricht von «Machenschaften». Er habe als erstes gedacht: «Auch das noch!», sagt Adolf Ogi. Die SVP sei unterwegs zu einer 25-Prozent-Partei, «und wenn diese Machenschaften weitergehen, werden wir um die 20-Prozent-Marke kämpfen».

«Die SVP hat ein Problem»

Zu seiner Zeit als Parteipräsident habe er im Wahlkampf nie Bargeld gesehen. Ogi macht sich Sorgen um die Partei: «Wenn es um Geld geht, ist der Bürger sensibel. Das sah man bei der Affäre Hildebrand. Nun hat ausgerechnet die SVP, die dort eine entscheidende Rolle spielte, ein Problem.»

Für Ogi müssen die «Machenschaften» Konsequenzen haben, wie er im «Sonntag» weiter sagt. «Nach den vielen Wahlniederlagen sagte ich, Christoph Blocher müsse den schrittweisen und geordneten Rücktritt als Vizepräsident und Strategiechef einleiten. Das hat jetzt absolute Dringlichkeit erhalten, nachdem diese Geldtransaktionen und seine Rolle als Bundesrat in einem Wahlkampf publik geworden sind», sagt Ogi. Blocher habe grosse Verdienste. «Aber jetzt ist es Zeit für einen Neuanfang mit neuen Leuten.» (kle)

Erstellt: 11.03.2012, 07:36 Uhr

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