Patienten gehen zu schnell auf die Notfallstation

Viele Spitäler sind ausgelastet. Immer mehr Patienten gehen mit leichten Beschwerden auf die Notfallstationen. Das ist auch Folge des Hausarztmangels.

Ausgelastet: Schweizer Spitäler kämpfen mit Engpässen.

Ausgelastet: Schweizer Spitäler kämpfen mit Engpässen. Bild: Keystone

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Frau Ziltener, die Universitätsspitäler Basel und Bern müssen Operationen verschieben, das Kantonsspital Luzern verlegte über die Festtage Patienten wegen ausgebuchter Betten. Stossen die Kliniken an ihre Belastungsgrenzen?
Das Hauptproblem ist, dass immer mehr Leute mit leichten Beschwerden auf die Notfallstationen gehen. Diese Patienten wollen behandelt werden. Als Folge häufen sich die Spitzenzeiten in den Spitälern und Operationen müssen verschoben werden. Klagen über Wartezeiten auf Notfallstationen und verschobene Operationen haben wir schon immer bekommen, doch nun scheint es, dass diese Beschwerden häufiger werden.

Was ist der Grund für die überfüllten Notfallstationen?
Über Jahre wurde die Hausarztmedizin zu wenig attraktiv ausgestaltet: Für viele Jungärzte kommt es finanziell nicht in Frage, Hausarzt zu werden. Nun gehen viele Leute statt zum Hausarzt einfach auf die Notfallstation. Dazu kommen kulturelle Unterschiede: Gewisse Ausländer gehen schneller zum Arzt als die Schweizer, sie haben ein anderes Schmerzempfinden.

Wie kann man diese Leute dazu bringen, zuerst zum Hausarzt zu gehen?
Oft ist es schlicht ein Problem des Verständnisses. Sie müssen informiert werden, damit sie die passende medizinische Leistung bekommen, und nicht wegen einer Bagatelle ins Spital gehen. Sinnvoll wäre es, wenn jeder Ausländer zu einem Hausarzt gehen kann, der seine Muttersprache spricht.

Trägt auch der Wettbewerb unter den Spitälern dazu bei, dass diese in Spitzenzeiten keine freien Betten mehr haben?
Den Wettbewerb halte ich in der Tat für schädlich. Heute rüsten viele Spitäler auf, um mit anderen mithalten zu können: So schaffen sie sich zum Beispiel teure medizinische Geräte wie Computertomographen an. Diese wollen jedoch finanziert werden. Es stellt sich daher die Frage, ob die Spitäler Patienten nur hospitalisieren, um die Betten möglichst gut auszulasten.

Wie können solche Engpässe künftig vermieden werden?
Man müsste schweizweit untersuchen, welcher Bedarf an den Spitälern wirklich existiert. Wenn dabei herauskommt, dass eine gewisse Operation zugenommen hat, muss das Angebot verbessert werden. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 19.01.2009, 15:20 Uhr

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