Polizisten stoppen Schweizer Top-Diplomaten mit Schüssen

Laut Medienberichten fuhr der OECD-Botschafter der Schweiz in Paris vor einer Polizeikontrolle davon. Das EDA wartet auf den Polizeirapport.

Hier konnte der Mercedes schliesslich gestoppt werden: Der Boulevard Saint-Germain.


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Der Wagen des OECD-Botschafters der Schweiz in Paris wurde bei einer Polizeikontrolle in der Nacht auf Montag mit Schüssen gestoppt. Dies berichtet die Zeitung «Le Parisien». Der Mercedes mit Diplomatenschildern war den Polizisten bei einer Geschwindigkeitskontrolle aufgefallen, weil das Auto viel zu schnell unterwegs war.

Die Polizisten versuchten, den Wagen aufzuhalten. Doch der Fahrer gab Gas und fuhr offenbar beinahe einen Beamten um. Wenig später erwischten die Polizisten den Mercedes. Der Fahrer stoppte jedoch noch immer nicht. In diesem Moment schoss ein Beamter zweimal auf das Auto und traf die Pneus. Der Diplomat blieb auch mit zerschossenem Reifen nicht stehen. Laut der Zeitung «Le Parisien» fuhr er in entgegengesetzte Richtung den vielbefahrenen Boulevard Saint-Germain hoch, bis er schliesslich gestoppt werden konnte.

Positiver Alkoholtest

Der Fahrer hatte keine Papiere auf sich, so die Zeitung weiter. Er gab sich aber als Schweizer Diplomat zu erkennen. Der Fahrer musste sich einem Alkoholtest unterziehen. Der Test fiel offenbar positiv aus. Wegen seiner diplomatischen Immunität befinde sich der Mann wieder auf freiem Fuss, arbeite mit der französischen Justiz zusammen. Das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) bestätigt den Vorfall in einem Communiqué. Man warte auf den Polizeirapport und auf die Erklärung des Botschafters, bevor man die Lage einschätzen werde.

Aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes macht das EDA keine näheren Angaben zu diesem Vorfall. Das EDA ist bereit, die Immunität der betreffenden Person aufzuheben, wenn die französische Justiz dies wünscht.

«Der Mann muss entlassen werden»

Beim Genfer SP-Nationalrat Manuel Tornare kommt der Vorfall nicht gut an. Auf Twitter spricht der Politiker Klartext: «Der Schweizer Diplomat sollte entlassen werden.» Gegenüber «Le Matin» verdeutlicht er: «Selbstverständlich gehen wir zunächst von der Unschuldsvermutung aus. Sollten sich die Berichte über den Mann bewahrheiten, muss ihm gekündigt werden.»

So eine Entgleisung sei für das Ansehen der Schweiz nicht gut, so Tornare. Der Moment für einen solchen Vorfall sei besonders schlecht: Um das Image der Schweiz stehe es derzeit in Frankreich nicht gut. (kpn/AFP)

Erstellt: 04.06.2013, 15:52 Uhr

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