Polizisten und ihre Sünden

Mit seinem Verkehrsdelikt steht der desgnierte Zürcher Polizeichef Daniel Blumer nicht alleine da. Verschiedene Polizeichefs sind in der Schweiz mit dem Gesetz in Konflikt geraten. Die meisten hat es die Stelle gekostet.

Zürichs Polizeivorsteher Daniel Leupi hält am künftigen Polizeikommandanten fest: Daniel Blumer.

Zürichs Polizeivorsteher Daniel Leupi hält am künftigen Polizeikommandanten fest: Daniel Blumer. Bild: Keystone

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Auf seiner Fahrt nach Zürich habe der designierte Kommandant der Stadtpolizei Zürich auf der mittleren Fahrbahn einen Lieferwagen überholt, der auf der linken Spur unterwegs war. Wegen dieses verkehrswidrigen Verhaltens hat ihn die Aargauer Kantonspolizei verzeigt.

Damit sorgt Daniel Blumer bereits vor Amtsantritt an der Spitze der Stadtpolizei Zürich für Schlagzeilen. Doch er ist lange nicht der einzige Polizeichef in der Schweiz, der mit dem Gesetz in Konflikt geraten ist.

Tempo 86 statt 60

Darunter Stephan Reinhardt, ehemaliger Chef der Kantonspolizei Aargau. Er trat im vergangenen Juli nach vier Jahren zurück und zog damit die Konsequenzen wegen mehrerer Verkehrsdelikten. 2011 blitzte ihn eine Radarfalle, weil er mit Tempo 86 statt der erlaubten 60 Kilometer pro Stunde von Zürich nach Aarau fuhr. Darauf musste er seinen Führerausweis für ein halbes Jahr abgeben.

Der Grund für die lange Dauer: Reinhardt hatte vor seiner Ernennung zum Polizeikommandant bereits die Verkehrsregeln missachtet. So war er bereits 2007 wegen einer Tempoüberschreitung gebüsst worden. Damals musste er seinen Ausweis für einen Monat abgeben. Und bereits 1993 während seiner Studienzeit war er während zwei Monaten ohne Führerschein, weil er alkoholisiert Motorrad gefahren war. Einige Jahre später verursachte er einen Selbstunfall mit dem Velo. Seine Verkehrssünden schwächten seine «Glaubwürdigkeit als Polizeikommandanten», begründete Reinhardt seinen Rücktritt.

Mit Drogen gehandelt und sie konsumiert

Drogendelikte kosteten Mathias M., Chef der Regionalpolizei Zofingen, den Posten. Nachdem man bei ihm zu Hause synthetische Drogen entdeckt hatte, kam er im August 2009 in Untersuchungshaft. Er soll aber nicht nur mit Drogen gehandelt, sondern sie auch konsumiert haben. Über den Fall, der einigen politischen Wirbel auslöste, stolperte auch der Zofinger Stadtrat Herbert H. Scholl. Er war für das Polizeiressort verantwortlich und trat in der Folge zurück. Das Gericht verurteilte Mathias M. zu 300 Tagessätzen à 80 Franken Geldstrafe bedingt und einer Busse von 1000 Franken.

Selbstunfall im Dienstwagen

Christian Varone (FDP), der in diesen Tagen nach einem schlechten Ergebnis bei den Staatsratswahlen im Kanton Wallis aufgab, stehen unruhige Zeiten bevor. Der Walliser Polizeikommandant muss sich wegen eines angeblich archäologisch wertvollen Steinfragments verantworten, den Zöllner in der Türkei in seinem Gepäck fanden. Der Prozess steht noch aus.

Ungemach droht ihm auch wegen eines Selbstunfalls mit seinem Dienstwagen. Im Dezember prallte er mit seinem A3 in der Nähe des Château Mercier bei Siders in einen Kandelaber am Strassenrand. Varone sass alleine im Auto. Ob er bei einer Verurteilung im «Stein-Prozess» als Kommandant noch haltbar ist, wird sich zeigen. (bg)

Erstellt: 06.03.2013, 21:48 Uhr

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