Prämienverbilligungen kosten den Bund immer mehr

Bund, Kantone und Gemeinden gaben 2011 fast 6 Prozent mehr für Sozialleistungen aus. Für das Wachstum ist vor allem ein Kostenpunkt verantwortlich.

Kostenlast wird immer grösser: Das Sozialdepartement in Zürich. (Archivbild)

Kostenlast wird immer grösser: Das Sozialdepartement in Zürich. (Archivbild) Bild: Keystone

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Die Ausgaben für Verbilligungen der Krankenkassenprämien, Ergänzungsleistungen zu AHV und IV sowie für Sozialhilfe sind 2011 weiter angestiegen. Für alle bedarfsabhängigen Sozialleistungen gaben Bund, Kantone und Gemeinden 12,3 Milliarden Franken aus und damit 5,9 Prozent mehr als im Jahr zuvor.

Damit wurde der Anstieg leicht abgebremst: Im Vorjahr waren die Ausgaben noch um 8,1 Prozent angestiegen. Pro Einwohner lagen die durchschnittlichen Ausgaben 2011 für bedarfsabhängige Sozialleistungen bei 1544 Franken und damit rund 70 Franken höher als im Vorjahr.

Rund 40 Prozent des Wachstums sind auf steigende Ausgaben bei der Krankenkassenprämienverbilligung zurückzuführen, wie das Bundesamt für Statistik (BFS) mitteilte. Weitere rund 30 Prozent gehen zulasten der Ergänzungsleistungen zur AHV und IV (EL), und knapp 20 Prozent wurden durch die Sozialhilfe verursacht.

Ausgabenwachstum bei Sozialhilfe gebremst

Rund 70 Prozent der Ausgaben entfielen auf Ergänzungsleistungen und die Krankenkassenprämienverbilligung, für die je gut 4,3 Milliarden Franken aufgewendet wurden. Für die Sozialhilfe wurden 2,1 Milliarden Franken ausgegeben, was einem Anteil von 16,8 Prozent an allen bedarfsabhängigen Sozialleistungen entspricht.

Auch bei der Sozialhilfe wurde das Ausgabenwachstum laut BFS etwas abgebremst. Die Ausgaben für Sozialhilfe stiegen 2011 gegenüber 2010 um 6,2 Prozent an; im Vorjahr hatte diese Zunahme noch 10,0 Prozent betragen.

Der Anstieg der Sozialhilfe wurde in erster Linie durch steigende Beträge verursacht: Diese nahmen um 3,9 Prozent auf 8762 Franken pro Empfänger zu. Die Anzahl Personen, welche auf Sozialhilfe angewiesen waren, stieg um 2,2 Prozent.

Kantone tragen die Hauptlast

Getragen wurden die bedarfsabhängigen Sozialleistungen zum grössten Teil von den Kantonen: Sie kamen für 45,1 Prozent der Ausgaben auf. Der Bund übernahm 31,6 Prozent, die Gemeinden finanzierten 23,0 Prozent.

Wie das BFS mitteilte, kam es verglichen zum Vorjahr zu einer leichten Verschiebung von rund einem halben Prozent von den Gemeinden hin zu den Kantonen. Der Anteil des Bundes an den bedarfsabhängigen Sozialleistungen blieb stabil. (fko/sda)

Erstellt: 27.06.2013, 11:43 Uhr

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