Privatradios senden noch zu wenig regionale Nachrichten

Weniger Kurzmeldungen, mehr Hintergründe. Bei Konzessionsvergabe verpflichteten sich die Privatradios dazu, der Information genügend Platz einzuräumen. Vier Jahre später ist das Bakom noch nicht zufrieden.

Alles in allem erhalten die Schweizer Privatradios vom Bakom gute Noten: Moderatorin Corinna Zigerli im Studio von Radio Basel.

Alles in allem erhalten die Schweizer Privatradios vom Bakom gute Noten: Moderatorin Corinna Zigerli im Studio von Radio Basel. Bild: Keystone

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Das Bundesamt für Kommunikation (Bakom) sieht für die Schweizer Lokalradios noch ein Potenzial für mehr regionale Informationen. Bei Vergabe der Konzessionen vor vier Jahren hatten sich die Privatradios dazu verpflichtet, der Information genügend Platz einzuräumen. Aktuell betrage in der deutschen Schweiz der Anteil Musik in der Primetime bei den 24 Privatradios 64 Prozent, wie Nancy Wayland Bigler, Vizedirektorin und Leiterin der Abteilung Medien und Post beim Bakom, am Swiss Radio Day 2013 in Zürich sagte.

Auf die Information entfalle ein Anteil von nur 16 Prozent. Bei den Radioprogrammen der SRG sei es gerade umgekehrt. Das Bakom ruft die Privatradios dazu auf, statt Kurzmeldungen vermehrt Hintergrundthemen aufzugreifen und der Hörerschaft Zusammenhänge aufzuzeigen.

«Mehr Politik, weniger Bad News»

In der Westschweiz sei das Verhältnis von Musik und Information bei den 12 Lokalradios in der Primetime mit 58 zu 19 Prozent leicht besser. Im Tessin entfallen bei den zwei Privatradios während dieser Sendezeit nur 11 Prozent auf Information und 57 Prozent auf Musik.

Bei den Themen überwiegen in allen drei Sprachregionen Informationen über die Politik, wie die erste Vollerhebung des Bakom zur Erfüllung des Programmauftrages zeigt. Dahinter folgen Themen zu Gesellschaft, Wirtschaft, Sport und Kultur.

Schlechte Nachrichten haben im Tessin mit einem Anteil von 20 Prozent ein grosses Gewicht, während die Deutschschweiz (11 Prozent) und die Westschweiz (5 Prozent) hier zurückhaltender sind. «Mehr Politik und weniger Bad News wären wünschenswert», sagte Wayland Bigler.

Gutes Zeugnis

Insgesamt stellt das Bakom den Lokalradios aber ein gutes Zeugnis aus. Im 30. Jahr seit ihrer Gründung böten die konzessionierten, kommerziellen Privatradios ihrer Hörerschaft ein vielseitiges Programm. Bei den regionalen Informationen seien sie gut verankert.

Das Bakom werde in den kommenden Wochen die Diskussion mit Verbänden und interessierten Kreisen über die Vollerhebung zu den Privatradios weiterführen. Bei Halbzeit der Konzessionsdauer zeige sich, dass die Entwicklung auch im technischen Bereich (DAB) in vollem Gange sei. (kpn/sda)

Erstellt: 22.08.2013, 12:11 Uhr

Radio 105 ist «Radio of the Year»

Der Jugendsender 105 (one-o-five) ist zum dritten Mal in Folge Radio of the Year. Das Zürcher Privatradio konnte seine Tagesreichweite in der deutschen Schweiz im zweiten Halbjahr 2012 gegenüber der gleichen Vorjahresperiode um 38 Prozent steigern.

Platz zwei belegt Radio Energy, das seine Tagesreichweite um 18 Prozent steigern konnte. Radio Monte Carlo belegt in der deutschen Schweiz Rang drei, wie Jean-Paul de Weck, Leiter der Swisscom Broadcast AG, am Swiss Radio Day in Zürich bekanntgab.

In der lateinischen Schweiz schwang einmal mehr wrs worldradio.ch obenaus. Die Hördauer nahm um satte 130 Prozent zu. Die weiteren Plätze belegen hier Meyrin FM (plus 63 Prozent) sowie radio Svizzera Classica (plus 36 Prozent), wobei auch hier nur die Hördauer zählte, da sich die Reichweite nicht signifikant veränderte. (sda)

Artikel zum Thema

Erfolgreich und gesund – Privatradios in der Schweiz

Das Bundesamt für Kommunikation hat die Situation von 31 Privatradios sowie 13 Regionalfernsehsendern untersucht. Das Resultat: Das Gros der Radios steht finanziell gesund da. Schwieriger haben es die TV-Sender. Mehr...

«Eine Entwicklung, die den unabhängigen Journalismus gefährden könnte»

Das Schweizer Syndikat Medienschaffender kritisiert die Arbeitsbedingungen bei Privatradios und -Fernsehen – und befürchtet eine Medienlandschaft, wie es sie in Italien gibt. Mehr...

SF und DRS haben die Nase vorn

Die Mehrheit der Bevölkerung ist mit den Radio- und Fernsehsendern in der Schweiz zufrieden. Dies ergibt eine Studie des Bakom. Dabei hängen die Sender der SRG die Privaten aber deutlich ab. Mehr...

Die Redaktion auf Twitter

Stets informiert und aktuell. Folgen Sie uns auf dem Kurznachrichtendienst.

Blog

Kommentare

Paid Post

Studieren von zu Hause aus

Erstmals in der Schweiz lässt sich ein Bachelor virtuell absolvieren. Dieses Set-up erlaubt es den virtuell Teilnehmenden ohne Pendeln zu studieren.

Die Welt in Bildern

Man soll die Feste feiern, wie sie fallen: Menschen in «Txatxus»-Kostümen nehmen am traditionellen ländlichen Karneval in Lantz, Nordspanien, teil. (24. Februar 2020)
(Bild: Villar Lopez) Mehr...