Rahmenabkommen: Fortschritte, aber «kein Durchbruch»

Die EU-Kommission sieht in den Verhandlungen mit der Schweiz zwar Fortschritte. Bei wichtigen Punkten habe man sich nicht einigen können.

Schwerer Stand in Brüssel: Staatssekretär und Chefunterhändler Roberto Balzaretti vertritt die Interessen der Schweiz. (28. September 2018)

Schwerer Stand in Brüssel: Staatssekretär und Chefunterhändler Roberto Balzaretti vertritt die Interessen der Schweiz. (28. September 2018) Bild: Peter Schneider/Keystone

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Eine Sprecherin der EU-Kommission liess nach einem Treffen in Brüssel mit dem Schweizer Chefunterhändler Roberto Balzaretti verlauten, dass es zwar mit der Schweiz punkto Rahmenabkommen Fortschritte gäbe, aber «keinen Durchbruch». Die EU-Kommission hatte der Schweiz bei den Verhandlungen über ein institutionelles Rahmenabkommen eine Frist bis Mitte Oktober gesetzt, wobei Bern bestreitet, offiziell über eine solche Frist je informiert worden zu sein.

Bei wichtigen politischen Punkten habe man sich nicht einigen können, informierte die Kommissionssprecherin am Dienstag in einer kurzen E-Mail. Unter diesem Gesichtspunkt werde nun die EU-Kommission politisch beurteilen, «wie es weiter gehen soll», schrieb sie weiter. Damit ist noch offen, ob die Verhandlungen zum Rahmenabkommen abgebrochen werden oder weiter gehen. Bern äusserte sich am Dienstag nicht zu dem Treffen.

Streitpunkt flankierende Massnahmen

Streitpunkte zwischen Brüssel und Bern dürften aber noch immer die staatlichen Beihilfen und vor allem die flankierenden Massnahmen zur Verhinderung von Lohn- und Sozialdumping sein. Denn in diesen beiden Bereichen gab es bis letzte Woche noch immer Differenzen.

Vor längerer Zeit hiess es schon, die EU-Kommission möchte, dass die Schweiz anstelle der flankierenden Massnahmen die Durchsetzungsrichtlinie der EU übernimmt, welche ebenfalls den Schutz der Arbeitnehmenden zum Ziel hat.

Denn die flankierenden Massnahmen sind der EU-Kommission zu streng. Besonders ein Dorn im Auge ist ihr die Acht-Tage-Regel, die besagt, dass Unternehmen aus der EU ihre Arbeiter, die sie in die Schweiz schicken, acht Tage zuvor anmelden müssen. Aber auch die Kautionspflicht steht in der Kritik. Zudem findet Brüssel, es gäbe unverhältnismässig viele Kontrollen durch Arbeitsinspektoren – etwa auf Baustellen.

Ausserdem will die EU-Kommission dem Vernehmen nach, dass die Massnahmen zum Schutz von Arbeitnehmenden künftig unter das Rahmenabkommen fallen sollen. Nicht so die Schweiz: Sie will diese nicht unter dem Dach des Rahmenabkommens haben. (fal/sda)

Erstellt: 16.10.2018, 21:21 Uhr

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