Risse im Jet – Luftwaffe groundet 10 Tiger

110 Kampfjets des Typs F-5 flog die Schweizer Armee einmal. Nun sind es noch 26. Der neuste Schnitt hat Auswirkungen auf die Patrouille Suisse

Die Flotte dieser Maschinen wird immer kleiner: Tiger F-5 der Schweizer Armee.

Die Flotte dieser Maschinen wird immer kleiner: Tiger F-5 der Schweizer Armee. Bild: Keystone

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Die Kontrolle aller 36 regelmässig im Einsatz stehenden einsitzigen Tiger-F-5-Kampfjets der Schweizer Luftwaffe hat bei 16 Flugzeugen Risse festgestellt. Nun wird die Flotte um zehn Jets verkleinert, sechs Flugzeuge werden repariert. Betroffen ist auch die Patrouille Suisse.

Künftig würden nur noch 26 F-5-Kampfjets im Einsatz stehen, teilte das Verteidigungsdepartement (VBS) am Dienstag mit. Auf zehn Jets werde aus Kostengründen und «Flottenoptimierung» verzichtet. Dies habe zur Folge, dass die Patrouille Suisse nicht mehr permanent mit sechs rot-weissen Flugzeugen auftreten könne.

Die Reparaturkosten eines grauen und fünf rot-weisser Kampfjets werden mit rund einer Million Franken veranschlagt. Da die Anzahl Standplätze bei der Industrie begrenzt ist, wird die Reparatur laut VBS voraussichtlich bis Ende des ersten Quartals 2016 dauern.

Risse hinter dem Cockpit

Die nun abgeschlossene Kontrolle wurde veranlasst, nachdem im vergangenen Jahr bei einem Tiger-F-5-Kampfjet Risse hinter dem Cockpit festgestellt worden waren. Anfang Januar 2015 wurde bei einem zweiten Flugzeug ein grösserer Riss am gleichen Bauteil entdeckt.

Dieser Riss wurde in einer technischen Beurteilung als gravierend eingestuft, sodass die Luftwaffe nach einer gemeinsamen Risikoanalyse mit Armasuisse und Ruag beschloss, vorsorgliche Massnahmen anzuordnen. Demnach waren Flugzeuge mit einem festgestellten Riss für den Flugbetrieb bis zur Reparatur gesperrt.

Von den zwischen 1978 und 1984 beschafften 110 Tiger F-5 (98 Einsitzer und 12 Zweisitzer) stehen heute noch 26 Flugzeuge im Einsatz. (sda)

Erstellt: 15.04.2015, 06:46 Uhr

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