Röstigraben bei Buchpreis

Soll die Buchpreisbindung wieder eingeführt werden oder nicht? Deutsch- und Westschweiz sind sich in dieser Frage offenbar uneinig, das zeigen erste Resultate.

Aktionen mit Buchpreisbindung nur noch begrenzt möglich: Bücher mit Rabatt-Aufklebern in der Libraire Payot in Lausanne. (11. Januar 2012)

Aktionen mit Buchpreisbindung nur noch begrenzt möglich: Bücher mit Rabatt-Aufklebern in der Libraire Payot in Lausanne. (11. Januar 2012) Bild: Keystone

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Bei der Buchpreisbindung zeichnet sich laut Claude Longchamp vom Forschungsinstitut gfs.bern ein Röstigraben ab. Die Trends seien gegenläufig: In der Deutschschweiz wiesen sie auf ein Nein hin und in der Romandie auf ein Ja.

Um das geht's

Bis vor fünf Jahren garantierten in der Deutschschweiz Absprachen zwischen Verlagen und Buchhändlern die Bindung an einen vorgegebenen Preis. Dann erklärten die Wettbewerbsbehörden dies für unzulässig. Nun will das Parlament die Buchpreisbindung in einem Gesetz verankern. Dagegen wurde das Referendum ergriffen. Das Gesetz sieht vor, dass Verleger und Importeure die Verkaufspreise festsetzen, die dann für die Buchhändler verbindlich sind. Erlaubt sind bloss Rabatte bis zu fünf Prozent. Sind die Buchpreise gegenüber dem Ausland zu hoch, so kann der Preisüberwacher beim Bundesrat beantragen, maximal zulässige Preisdifferenzen zum Ausland festzulegen. Von der Preisbindung ausgenommen sind E-Books.

Was für die Preisbindung spricht

P, Grüne, CVP und EVP sind für die Buchpreisbindung. Der Bundesrat ist verpflichtet, sich ebenfalls für das Gesetz auszusprechen, obwohl er dieses ursprünglich ablehnte. Die Befürworter argumentieren, nur mit fixen Preisen könne ein dichtes, flächendeckendes Buchhandlungsnetz aufrechterhalten werden. Ohne Preisbindung würden Discounter wie Ex Libris die kleinen Buchhandlungen mit einer aggressiven Preispolitik bedrängen und diese schliesslich zum Verschwinden bringen. Die meisten Buchhändler sind denn auch für die Einführung der Buchpreisbindung. Ihnen zufolge würden die Preise sogar fallen. Zudem handle es sich bei der Preisbindung um «eine Art Buchförderung, die den Steuerzahler keinen Rappen kostet».

Was dagegen spricht

Gegen das Gesetz über die Buchpreisbindung haben die Jungparteien von FDP und SVP sowie die Piratenpartei das Referendum ergriffen. Unterstützt werden sie von der Migros-Buchhandlung Ex Libris. Auch die Grünliberalen und die BDP lehnen die Buchpreisbindung ab. Die Wiedereinführung des Preisdiktats sei konsumentenfeindlich und fördere den Einkaufstourismus, argumentieren sie. Überdies würden vor allem ausländische Grossverlage von den Einheitspreisen profitieren, da 80 Prozent der hierzulande verkauften Bücher aus dem Ausland importiert würden. Die Gegner der Preisbindung bezweifeln auch, dass sich ausländische Online-Anbieter wie Amazon an die Preisvorgaben halten werden. (rub)

Erstellt: 11.03.2012, 12:29 Uhr

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