Rolf Dörig: «Es geht nicht ohne Kontingente»

Die Bürger werden die Weltoffenheit der Schweiz an der Urne abstrafen, ist der Adecco-Verwaltungsratspräsident überzeugt. Die Personenfreizügigkeit müsse daher so restriktiv wie möglich gehandhabt werden.

Eine uneingeschränkte Zuwanderung führe zu zusätzlichen Kosten: Adecco- und Swiss-Life-Verwaltungsratspräsident Rolf Dörig.(Archivbild)

Eine uneingeschränkte Zuwanderung führe zu zusätzlichen Kosten: Adecco- und Swiss-Life-Verwaltungsratspräsident Rolf Dörig.(Archivbild) Bild: Keystone

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Rolf Dörig, Verwaltungspräsident des Stellenvermittlers Adecco, plädiert in einem Interview für eine Einschränkung der Personenfreizügigkeit. Mit einer «vorbehaltlosen Multikulti-Haltung» setze die Schweiz den gesellschaftlichen Zusammenhalt aufs Spiel, warnt er.

«Die Schweiz braucht eine gelenkte Personenfreizügigkeit mit der ganzen Welt, damit wir diejenigen Arbeitskräfte bekommen, die wir wirklich brauchen», sagt Dörig im Interview, das heute in der Zeitung «Nordwestschweiz» erscheint.

Dörig will die Personenfreizügigkeit mit der EU zwar nicht aufkünden. Diese sollte aber «im Rahmen der bestehenden Verträge so restriktiv wie möglich gehandhabt werden», fordert der Verwaltungsratspräsident von Adecco und von Swiss Life, der auch im Vorstandsausschuss des Wirtschaftsdachverbands Economiesuisse sitzt.

Dörig: Nicht alle profitieren gleich

«Es geht wohl nicht ohne Kontingente», sagt Dörig weiter. Keinesfalls dürfe die Personenfreizügigkeit uneingeschränkt auf immer mehr Länder ausgedehnt werden. «Ich bin überzeugt: Wenn es uns nicht gelingt, die Zuwanderung restriktiver zu halten, dann werden Bürgerinnen und Bürger die Weltoffenheit der Schweiz an der Urne eher früher als später massiv einschränken», sagt er. Zudem führe eine uneingeschränkte Zuwanderung zu zusätzlichen Kosten, beispielsweise bei der Infrastruktur und den Sozialwerken.

Dörig bestreitet nicht, dass die Schweizer Wirtschaft auch dank der Personenfreizügigkeit in den letzten Jahren erfolgreich war. Aber nicht alle hätten davon im gleichen Ausmass profitiert, sagt er. Die Wirtschaft brauche Wettbewerb und möglichst viel Freiraum; die «Zuwanderung hingegen sollte man nicht alleine dem Markt überlassen». (rbi/sda)

Erstellt: 21.12.2012, 07:03 Uhr

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