SBB gewinnen Kampf um Simplon-Strecke

Touristen aus Norditalien ins Wallis holen – darin wittern die SBB sowie die BLS ein gutes Geschäft. Nun hat das Bundesverwaltungsgericht entschieden: Die Konzession für die Strecke bleibt bei den Bundesbahnen.

Weiterhin Gebiet der SBB: Der Simplontunnel.

Weiterhin Gebiet der SBB: Der Simplontunnel. Bild: Keystone

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Aus dem Wunsch des Bahnunternehmens BLS, mit seinen Zügen künftig nicht nur ins Wallis, sondern bis ins italienische Domodossola zu fahren, wird vorerst nichts. Das Bundesverwaltungsgericht hat entschieden, dass der Auftrag bei den SBB bleibt.

Der Entscheid berechtige die SBB, den Regionalverkehr und den Autoverlad am Simplon bis 2017 zu betreiben, teilten die Bundesbahnen mit.

Ausgangspunkt des Rechtsstreits ist die Tatsache, dass die Konzession der SBB für diesen Verkehr bis 2017 verlängert wurde. Dagegen wehrte sich die BLS, die ihrerseits gerne diesen Verkehr anbieten würde.

Mit Tourismuskonzept verknüpft

Die BLS argumentierte, dass der grenzüberschreitende Regionalverkehr nach Domodossola gut in ihr Konzept der Lötschberger-Züge passen würde. Diese Züge erschliessen Teile des Berner Oberlandes und des Wallis. Sie verkehren via den Lötschberg-Scheiteltunnel. Mit den Zügen ist ein ganzes Tourismuskonzept verknüpft.

Der BLS schwebt vor, nicht nur Gäste aus der Schweiz nach Domodossola zu bringen, sondern auch Touristen aus Norditalien ins Wallis oder ins Berner Oberland holen - etwa zum Skifahren.

Gute Ergänzung zur S-Bahn Wallis

Doch auch bei den SBB passt der Verkehr Richtung Oberitalien ins Konzept. Das künftige Regionalangebot durch den Simplontunnel gewährleiste eine optimale Bewirtschaftung der alpenquerenden Bahnverbindungen, schreiben die SBB in einer Mitteilung.

Ausserdem passe das Angebot gut zum neuen S-Bahn-Konzept Wallis. Diese wird von der SBB-Tochter RegionAlps betrieben.

Die SBB wollen das Angebot zwischen dem Wallis und Italien ausbauen. Nach Abschluss der Sanierungsarbeiten am Simplontunnel im Jahr 2015 sollen die Kunden von höheren Frequenzen sowie moderneren Zügen profitieren. Zudem sei stündlich ein zusätzlicher Autozug zwischen Brig und Iselle geplant, heisst es in der Mitteilung der SBB weiter.

Bedauern bei der BLS

Das Bahnunternehmen BLS nahm den Entscheid des Bundesverwaltungsgerichts mit Bedauern zur Kenntnis, wie aus einer Mitteilung hervorgeht.

Inhaltlich könne man noch nicht Stellung nehmen, das Urteil und seine Auswirkungen müssten nun zuerst analysiert werden, teilte die BLS weiter mit. (wid/sda)

Erstellt: 12.09.2013, 15:42 Uhr

Artikel zum Thema

Wie eine SBB-Fahrt für Unternehmer Häring in Polizeigewahrsam endete

Hintergrund Christoph Häring (67), Verwaltungsrat der BaZ, ist nicht regelmässiger Kunde der SBB. Trotzdem löste er ein Billett Rheinfelden–Zürich retour selber – was ihm viel Ärger eintragen sollte. Mehr...

Der Kluge reist im Stehen

Kommentar In den S-Bahnen der SBB sollen Sitze abgebaut werden, um so mehr Platz für stehende Passagiere zu schaffen. Das ist eine gute Idee. Mehr...

Nachbarn hörten einen Knall und einen Schrei

Neue Erkenntnisse nach dem Gewaltdelikt im Basler Gundeli: Der mutmassliche Frauenmörder warf sich nach seiner Tat beim SBB-Stellwerk vor einen Zug. Mehr...

Die Redaktion auf Twitter

Stets informiert und aktuell. Folgen Sie uns auf dem Kurznachrichtendienst.

Blog

Blogs

History Reloaded Die erste Frau im britischen Parlament

Mamablog Wem nützen Hausaufgaben eigentlich?

Die Welt in Bildern

Zum Anbeissen: Dieser Eisfischer in Peking versucht sein Glück mit mehreren Angeln. (7. Dezember 2019)
(Bild: Ma Wenxiao (VCG/Getty Images)) Mehr...