SVP setzt Blocher auf den ersten Listenplatz

Die Parteileitung der SVP Kanton Zürich ebnet Alt-Bundesrat Christoph Blocher mit dem ersten Listenplatz den Weg ins Parlament. Platz zwei ging hingegen an eine Jungpolitikerin.

Soll der SVP als Zugpferd Stimmen holen: Alt-Bundesrat Christoph Blocher bei seiner Rede an der traditionellen Albisgüetli Tagung der SVP in Zürich am Freitag, 21. Januar 2011.

Soll der SVP als Zugpferd Stimmen holen: Alt-Bundesrat Christoph Blocher bei seiner Rede an der traditionellen Albisgüetli Tagung der SVP in Zürich am Freitag, 21. Januar 2011. Bild: Keystone

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Nun ist es offiziell: Der Vorstand der SVP Kanton Zürich will Alt-Bundesrat Christoph Blocher in den Ständeratswahlkampf schicken. Über die Kandidatur des 70-jährigen Parteistrategen entscheidet die Delegiertenversammlung am 24. Mai.

Die Nomination von Christoph Blocher als Ständeratskandidat sei im Vorstand unbestritten gewesen, teilte Parteipräsident Alfred Heer im Anschluss an die Sitzung des Kantonalvorstandes vor den Medien mit. Blocher soll auch bei den Nationalratswahlen als Zugpferd für die SVP zusätzliche Stimmen holen.

Der erfahrenste Politiker der Schweiz

Die Parteileitung setzte den Ständeratskandidaten auf den ersten Listenplatz, wie Kantonalpräsident Alfred Heer sagte. Das sei richtig so. Blocher sei der erfahrenste Politiker der Schweiz.

Den begehrten zweiten Platz auf der Nationalratsliste hat der Kantonalvorstand an die Jungpolitikerin Anita Borer aus Uster vergeben. Die 24-Jährige wurde erst im April in den Zürcher Kantonsrat gewählt. Vor vier Jahren hatte Listenplatz 2 der jungen Natalie Rickli zur Wahl in den Nationalrat verholfen.

Schlüer auf Platz 13

Neben Blocher haben mit dem 45-jährigen Banker und ehemaligen Swissfirst-Chef Thomas Matter und dem 54-jährigen Mobilezone-Mitbegründer Hans-Ulrich Lehmann zwei Topshots als Quereinsteiger Ambitionen auf einen Nationalratssitz. Sie belegen allerdings nur die Listenplätze 25 und 26.

Von der Zwölfer-Delegation der SVP im Nationalrat tritt einzig Hans Rutschmann nicht mehr an. Mit Blocher und Borer auf den ersten beiden Plätzen droht mindestens einem Bisherigen die Abwahl. Treffen könnte es Ulrich Schlüer, der nur auf Platz 13 gesetzt wurde. Da er bereits 66 Jahre alt ist, musste Schlüer im Parteivorstand eine Zweidrittels-Mehrheit erreichen.

Grosse Konkurrenz für Blocher

Dass Christoph Blocher nach seiner Abwahl als Bundesrat im Jahre 2007 wieder ins Bundesparlament will, hatte dieser bereits Anfang April bekannt gegeben. Er sei überzeugt, dass es ihn in Bern brauche.

Die Konkurrenz um die beiden Zürcher Ständeratssitze ist allerdings hart: Die beiden Bisherigen Verena Diener (GLP) und Felix Gutzwiller (FDP) treten im Herbst erneut an. Auch SP, Grüne, EVP und CVP treten mit eigenen Kandidaturen an.

Christoph Blocher kandidierte schon einmal als Ständerat. 1987 unterlag er jedoch deutlich gegen die Landesring-Vertreterin Monika Weber. (kpn/sda)

Erstellt: 10.05.2011, 23:40 Uhr

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