SVP will Spezialeinheit AAD 10 abschaffen

Die SVP droht mit einer ausserordentlichen Session zur Libyen-Affäre. Zudem will sie das Aufklärungsdetachement 10 abschaffen, über dessen allfälligen Einsatz zur Geiselbefreiung spekuliert wurde.

Markige Worte: SVP-Nationalrat und Parteipräsident Toni Brunner äussert sich in Bern zur Libyen-Krise.

Markige Worte: SVP-Nationalrat und Parteipräsident Toni Brunner äussert sich in Bern zur Libyen-Krise. Bild: Keystone

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Die SVP plane mehrere politische Vorstösse zur Libyen-Affäre, sagte Parteipräsident Toni Brunner am Mittwoch vor den Medien in Bern. Sollten diese nicht die gewünschte Klärung bringen, «behalten wir uns vor, eine ausserordentliche Session zu fordern». Diese könne die SVP aufgrund ihrer Fraktionsstärke im Nationalrat im Alleingang beschliessen, sagte Brunner.

Des Weiteren fordert die Partei die Abschaffung des Aufklärungsdetachements 10 (AAD 10), das Spekulationen zufolge allenfalls für eine Geiselbefreiung in Libyen hätte zum Einsatz kommen können. Ob der Einsatz dieser Truppe je zur Diskussion stand, ist unklar. Die SVP glaubt jedoch, dass sie - falls sie eingesetzt worden wäre - «Krieg und Terror in unser Land geholt hätte», so Toni Brunner. Die SVP sieht die Hauptverantwortung für dieses Szenario bei SP-Aussenministerin Micheline Calmy-Rey und droht mit «personellen Konsequenzen».

Keine Stellungnahme zu Bundesrat Maurer

Ebenfalls nach wie vor unklar ist, wer im Bundesrat und in involvierten Gremien wann wovon gewusst hat. Die SVP gehe davon aus, dass die Planung für eine allfällige militärische Geiselbefreiung 2008 in Angriff genommen worden sei, sagte Nationalrat Christoph Mörgeli - als Pascal Couchepin Bundespräsident war und Samuel Schmid Verteidigungsminister.

Was SVP-Verteidigungsminister Ueli Mauerer, der seit 2009 im Amt ist, wusste und inwiefern er involviert war, wollte Parteipräsident Brunner auf die Fragen mehrerer Journalisten nicht sagen. Er antwortete, zu 2009 könne er keine Auskünfte geben; er orientiere sich in dieser Angelegenheit an Medienberichten. Auf Nachhaken hin wiederholte er, entscheidend sei das Jahr 2008. Zudem wolle er nicht mit Indiskretionen arbeiten und Maurer als Quelle anzapfen.

(jak/sda)

Erstellt: 23.06.2010, 13:30 Uhr

Spezialeinheit AAD 10

Zum Aufgabenbereich der Grenadiere gehört der Schutz von Personen und Einrichtungen bei erhöhter Bedrohung sowie das Retten und Eskortieren von Schweizer Bürgern in Krisengebieten. Derzeit besteht das Aufklärungsdetachement 10 oder kurz AAD 10 aus rund 50 Soldaten. Der Bestand soll jedoch auf 91 Soldaten ausgebaut werden.

Nachtsichtgerät und Splitterschutz

Für die heiklen Einsätze sind die Elite-Grenadiere speziell ausgerüstet. Sie schiessen mit der kürzesten Version des Sturmgewehrs 90, der Waffe für Spezial- und Polizeieinheiten. Es ist leichter als das übliche Sturmgewehr, gibt 700 Schuss (5,56 mm) pro Minute ab und trifft sowohl auf kurze als auch auf lange Distanzen äusserst zielgenau. Auf das Gewehr können ausserdem Zielhilfe, Nachtsichtgerät oder taktische Lichter aufgesetzt werden. Auch ein Rotpunktzielgerät, das mit einem Laser den Einschusspunkt markiert, ist montierbar. Mit einem 30 Schuss-Magazin (anstelle des 20ers) können die Grenadiere zudem mehr Schüsse abgeben und müssen weniger nachladen.

Zur Ausrüstung des AAD 10 gehört auch ein ultraleichter Helm aus der höchst belastbaren Kunstfaser Kevlar. Durch einen aufklappbaren Restlichtverstärker können sich die Soldaten auch im Dunkeln orientieren. Neben einer Splitterschutzweste tragen sie auch feuerfeste Spezialhandschuhe und Knieschoner. (Reto Hunziker)

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