Saab rechnet mit Gripen-Aufträgen über 7 Milliarden Franken

Der Rüstungskonzern Saab und die schwedischen Behörden beziffern in einer Gripen-Vereinbarung das geplante Auftragsvolumen. Offen bleibt nach wie vor, ob die Schweiz pro Kampfjet mehr bezahlt als Schweden.

Wie viel er die Schweiz kosten wird, ist noch unklar: Der Kampfjet Gripen bei der offiziellen Präsentation auf der Berner Axalp. (11. Oktober 2012)

Wie viel er die Schweiz kosten wird, ist noch unklar: Der Kampfjet Gripen bei der offiziellen Präsentation auf der Berner Axalp. (11. Oktober 2012) Bild: Keystone

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Die 22 neuen Kampfjets für die Schweiz und die 60 umgebauten Gripen für Schweden bescheren dem Gripen-Hersteller Saab Aufträge in der Höhe von rund 7 Milliarden Franken. Trotz dieser konkreten Zahl ist ein Preisvergleich zwischen Schweden und der Schweiz kaum möglich.

«Wir kennen den Preis des Schweizer Kampfflugzeuges nicht», sagte Saab-Vizepräsident Lennart Sindahl heute Freitag an einem Mediengespräch in Bern. Dass dies so nicht ganz stimmt, ist offensichtlich, denn der Beschaffungspreis von 3,126 Milliarden Franken für die 22 Gripen ist wohlbekannt.

VBS: Saab erhält 2,2 Milliarden

Sindahl erklärte seine Aussage damit, dass Saab den Gripen für die Schweiz an die schwedische Behörde für Verteidigungsmaterial FMV verkaufe. Zu welchem Preis aber diese dann den Kampfjet – via ihre Exportorganisation FXM – an die Rüstungsbeschafferin armasuisse liefere, wisse Saab nicht.

Offener kommuniziert das Eidg. Departement für Verteidigung, Bevölkerung und Sport (VBS): Saab erhalte rund 2,2 Milliarden Franken, erklärte das VBS auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda. Die restlichen 900 Millionen verteilen sich auf Waffen und Dienstleistungen. Schliesslich sei ein Teil des Geldes für das Risiko und die geschätzte Teuerung reserviert.

Ein «eher guter Preis»

Saab betonte erneut, dass der Fixpreis, den die Schweiz mit Schweden ausgehandelt habe, «eher gut» sei. Zudem erhalte die Schweiz brandneue Kampfflugzeuge. Schweden hingegen werde in seine 60 Gripen Teile der Gripen-C-Version einbauen, was die Produktion günstiger mache.

Auch deshalb sei ein Preisvergleich zwischen den 40 bis 60 schwedischen Gripen und den 22 Schweizer Gripen nicht möglich, obwohl es sich schliesslich um ein und dasselbe Flugzeug handle. «Die Preise sind ähnlich hoch aber nicht vergleichbar», sagte Sindahl.

Erster Auftrag erteilt

Anlass für die Medienkonferenz war die Unterzeichnung einer Vereinbarung zwischen der FMV und Saab am Freitag den Gripen betreffend. Aus der Vereinbarung geht hervor, dass Saab Aufträge in der Höhe von 47,2 Milliarden Kronen erwartet, sollten tatsächlich 22 neue und 60 modifizierte Gripen bestellt werden.

Fünf Punkte der Vereinbarung machte Saab am Freitag bekannt. So ein erster Entwicklungsauftrag in der Höhe von 2,5 Milliarden schwedischen Kronen oder 365 Millionen Franken und ein geplanter Auftrag für weitere Entwicklungsarbeiten im Rahmen von 10,6 Milliarden Kronen (1,55 Milliarden Fr.), um die Testflugzeuge zur Serienreife zu bringen. (fko/sda)

Erstellt: 15.02.2013, 16:30 Uhr

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