Schweiz rutscht auf Gleichstellungsindex 10 Plätze ab

Die Schweiz hinkt in Gleichstellungsfragen hinterher. Das zeigt ein Bericht des Weltwirtschaftsforums.

Gleichberechtigung: Tausende von Frauen haben im März in Zürich gegen Diskriminierung demonstriert. (18. März 2017)

Gleichberechtigung: Tausende von Frauen haben im März in Zürich gegen Diskriminierung demonstriert. (18. März 2017) Bild: Ennio Leanza/Keystone

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Die Schweiz machte die letzten zehn Jahre deutlich weniger Fortschritte bei der Gleichstellung als andere westeuropäische Staaten, wie aus dem Gender-Gap-Bericht des Weltwirtschaftsforums (WEF) hervorgeht. Sie fiel dabei auf der weltweiten Gleichstellungs-Rangliste von Platz 10 auf Platz 21 zurück.

Die Ungleichbehandlung grassiert hierzulande vor allem in der Arbeitswelt und in der Politik. So gab es Rückschritte bei der Vertretung der Frauen auf Führungsebene in der Wirtschaft sowie beim Einkommen, wie das WEF am Mittwoch mitteilte. Durchschnittlich verdienten die Frauen nur 83 Prozent soviel wie die Männer im Schnitt.

Rückschritte in der Politik

Die Ränge, die die Schweiz die letzten Jahre gut gemacht hatte, weil sich die Zahl der Parlamentarierinnen und Frauen mit anderen politischen Ämtern erhöhte, gingen wieder verloren. Bei der Gleichstellung in der Politik wirkte sich in erster Linie die Untervertretung von Frauen auf Regierungsebene negativ aus. Zuoberst auf der diesjährigen Rangliste steht erneut Island, gefolgt von Norwegen, Finnland, Ruanda und Schweden – wobei sich der Abstand zwischen Island und Norwegen deutlich vergrösserte. Auch global war es laut WEF dieses Jahr schlechter bestellt um die Gleichstellung der Frauen als in den Vorjahren.

«Die Gleichstellung im Bereich Gesundheit, Bildung, Politik und Wirtschaft hat sich erstmals seit Start der Erhebung im Jahr 2006 verschlechtert», schreibt das WEF. Es seien zudem China und Indien, die trotz Fortschritten den Durchschnitt stark drückten dieses Jahr. Bei der derzeitigen Entwicklung dauerte es 100 Jahre die globale Gleichstellungskluft geschlossen sei, so das WEF. Im vergangenen Jahr war nur von 83 Jahren die Rede.

Gleichstellung als ökonomische Pflicht

Gemäss der zuständigen WEF-Managerin Saadia Zahidi dürfen die Gleichstellungsfortschritte dieses Jahr nicht rückgängig gemacht werden. «Geschlechter-Gleichstellung ist eine moralische und ökonomische Pflicht», sagte sie. Länder, die dies verstanden hätten, könnten nun die Früchte ihrer Massnahmen für die Gleichstellung ernten.

Obwohl die Schweiz bei der Gleichstellung abfällt, hatte sie diesen Herbst beim WEF Global Competitive Index wieder als wettbewerbsfähigstes Land abgeschnitten. (fal/sda)

Erstellt: 02.11.2017, 00:00 Uhr

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