Schweizer Botschafter fürchtet «antideutsche Aversionen»

Der Schweizer Botschafter in Berlin, Tim Guldimann, warnt in einem Beitrag für die deutsche Wochenzeitung «Die Zeit» davor, dass die «latente Deutschlandfeindlichkeit» in der Schweiz erneut aufbrechen könnte.

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Um dieser Gefahr zu begegnen, müsse die Politik ernsthaft über die Frage der Zuwanderung diskutieren, schreibt Guldimann in der am Donnerstag erscheinenden Ausgabe. Die Betroffenheit sei ernst zu nehmen. «Heute leben bei uns fast 270'000 Deutsche, und die Zuwanderung hält an», heisst es in dem Beitrag, der auf einer Mitte April am Theater Basel gehaltenen Rede basiert. Guldimann konstatiert zudem «verständliche Frustrationen» über von Deutschland verfügte Flugbeschränkungen und «Ärger» über die gestohlenen Bankdaten.

Er ruft jedoch in Erinnerung, dass 1910 bereits 220'000 Deutsche in der Schweiz lebten – und das bei halb so vielen Einwohnern. In der Schweiz, vor allem in der Deutschschweiz, stellt Guldimann Minderwertigkeitskomplexe fest.

«Wir hätten allen Grund für mehr Selbstvertrauen», schreibt er. Damit wäre es auch möglich, dass die Schweizer den Deutschen für ihren Beitrag an Frieden und Wohlstand in den vergangenen 50 Jahren Dankbarkeit entgegenbringen: Die Rechnung für den Friedensraum rund um unser Land «bezahlte vor allem Bonn und dann Berlin». (sam/sda)

Erstellt: 27.04.2011, 12:49 Uhr

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