Schweizer Neonazi-Band droht Corine Mauch

Gewaltfantasien und Morddrohungen gegen die Zürcher Stadtpräsidentin Corine Mauch: Die Band namens «Mordkommando» wünscht sich «Bomben auf Wiedikon».

Gewaltbereite Szene: Neonazi-Aufmarsch in Appenzell. (Archivbild)

Gewaltbereite Szene: Neonazi-Aufmarsch in Appenzell. (Archivbild) Bild: Steffen Schmidt/Keystone

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Eine Band namens «Mordkommando» hetzt gegen eine Reihe Schweizer Prominente. Ihre Lieder enthalten Gewaltfantasien und Morddrohungen gegen die Zürcher Stadtpräsidentin Corine Mauch, wie die «Schweiz am Sonntag» berichtet. Die Band verbreitet zudem Drohungen gegen Kurt Aeschbacher, Mike Shiva und Michael von der Heide. Ihnen ist je ein Lied des Albums «Schwarze Liste» gewidmet.

Explizit antisemitisch ist das Lied «Bomben auf Wiedikon». Es handelt von der Zerstörung des Zürcher Quartiers, in dem viele orthodoxe Juden leben. Das Lied von 2014 hört sich im Nachhinein wie die Ankündigung eines späteren Übergriffs an. Am 4. Juli 2015 griff eine Gruppe von zwanzig Neonazis in Wiedikon einen Juden an. Kevin G. war mutmasslicher Haupttäter. Ebendieser Kevin G. soll auch hinter der Band «Mordkommando» stehen. Diese These verbreiten Beobachter der Naziszene, unter anderem die Antifaschistische Aktion Bern. Ins Muster passt auch, dass ein weiteres Lied Mordfantasien gegen Herbert Winter, den Präsident des Schweizerischen Israelitischen Gemeindebunds enthält.

Auch deutsche Politikerin wird bedroht

Auf einer neuen CD ruft die Schweizer Neonazi-Band «Erschiessungskommando» offen zum Mord an der deutschen Linken-Politikerin Katharina König auf. Im Lied, das die Gruppe vor fünf Tagen auf ihrem YouTube-Kanal veröffentlicht hat, heisst es: «Bald bist du endlich dran. Du wirst grausam sterben, das ist nicht die Frage. Vom Landtag auf die Bahre.» Detailliert wird besungen, wie der Vater der Politikerin mit einer Schalldämpfer-Waffe erschossen werden soll und sie selbst «tief im dunklen Wald», wo man Schreie nicht mehr höre.

Katharina König ist sich Anfeindungen gewohnt. Die Linken-Politikerin sitzt im Landtag von Thüringen und engagiert sich seit Jahren gegen Neonazis. Zudem ist sie Mitglied des Thüringer NSU-Untersuchungsausschusses. Dem «Nationalsozialistischen Untergrund» werden zehn Morde zugeschrieben. Trotzdem habe sie so etwas in all den Jahren noch nie erlebt. «Das ist eine neue Qualität», sagt sie gegenüber der «Sonntagszeitung». Sie hoffe jetzt, dass die Schweizer Behörden die Hintermänner zur Rechenschaft ziehen.

Mutmasslicher Drahtzieher aus Rüti ZH

Das Landeskriminalamt Thüringen hat bereits Ermittlungen aufgenommen, Youtube hat den Song gelöscht. Noch ist nicht klar, wer genau hinter der Musikgruppe steht. Insider gehen davon aus, dass es sich beim Sänger um Kevin G. aus Rüti ZH handelt. Der Frontmann der rechtsextremen Band Amok trat vor zwei Wochen vor knapp 6000 Besuchern am Neonazikonzert im Toggenburg auf und pflegt enge Beziehungen zu Gesinnungsgenossen in Ostdeutschland.

(chi)

Erstellt: 30.10.2016, 13:07 Uhr

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