Sieben Wahlen und ein prominenter Kandidat

Ein Jahr vor den nationalen Wahlen: Hier kämpfen die Schweizer Parteien 2018 um Sitze – ein Überblick.

Darf auf ein Glanzresultat hoffen: Ex-Bundesratskandidat Pierre Maudet kandidiert als Regierungsrat des Kantons Genf für eine weitere Amtszeit. (1. September 2017)

Darf auf ein Glanzresultat hoffen: Ex-Bundesratskandidat Pierre Maudet kandidiert als Regierungsrat des Kantons Genf für eine weitere Amtszeit. (1. September 2017) Bild: Jean-Christophe Bott/Keystone

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2018, im Jahr vor den nächsten nationalen Wahlen, werden in den Kantonen Bern, Graubünden, Glarus, Ob- und Nidwalden sowie Genf Regierung und Parlament neu gewählt. Im nationalen Fokus stehen auch die Wahlen in der Stadt Zürich.

Bürgerliche wollen Mehrheit im Kanton Bern verteidigen

Im Kanton Bern wollen die Bürgerlichen am 25. März die Mehrheit in der siebenköpfigen Berner Kantonsregierung verteidigen. Zur Wiederwahl treten Christoph Neuhaus (SVP), Pierre Alain Schnegg (SVP), Beatrice Simon (BDP) und Christoph Ammann (SP) an.

Die FDP will den Sitz des abtretenden Hans-Jürg Käser mit dem Stadtberner Grossrat Philippe Müller verteidigen. Für die Sitze von Barbara Egger (SP) und Bernhard Pulver (Grüne) bewerben sich die Nationalrätinnen Evi Allemann (SP) und Christine Häsler (Grüne).

Dazu kommt der Bernjurassier Ex-Grossrat Christophe Gagnebin (SP), welcher der SVP den Jura-Sitz von Schnegg abluchsen soll. Beobachter gehen davon aus, dass die Bürgerlichen ihre Mehrheit verteidigen werden. Auch im Grossen Rat ist bürgerliche Mehrheit nicht in Gefahr.

SVP will in Graubünden zurück in die Regierung

Im Kanton Graubünden stehen im 10. Juni die spannendsten Regierungsratswahlen seit Jahren an. BDP und SP müssen neue Köpfe bringen, und die SVP will endlich zurück in die Exekutive. Sie hat gute Chancen, nach zehnjähriger Absenz mit Walter Schlegel, dem Kommandanten der Kantonspolizei, die fünfköpfige Bündner Kantonsregierung zurückzukehren.

Schwierig wird das Rennen für die BDP, die zwei Sitze hält und Finanzdirektorin Barbara Janom ersetzen muss. Grossrat Andreas Felix, Geschäftsführer des Baumeisterverbandes, soll Janoms Sitz halten. Die SP muss ebenfalls neues Personal aufstellen und schickt für den nicht mehr antretenden Erziehungsdirektor Martin Jäger Grossrat und Gewerkschafter Peter Peyer ins Rennen.

Die CVP ist auf Angriff programmiert und peilt einen zweiten Sitz an. Insgesamt kandidieren für die fünf Sitze sieben Männer – aber keine Frau. Gleichzeitig finden im Kanton Graubünden Grossratswahlen statt.

Gelingt der SP im Glarnerland ein Comeback?

Im Glarnerland lautet am 4. März bei den Regierungsratswahlen die Frage, ob die Exekutive rein bürgerlich bleibt oder die SP nach vier Jahren Abwesenheit zurückkehrt. Bauplaner Christian Büttiker (SP) bewirbt sich um den frei werdenden Sitz des zurücktretenden Robert Marti (BDP). Die BDP selber schickt Kaspar Becker (BDP) ins Rennen.

Vom fünfköpfigen Regierungsrat treten vier Mitglieder erneut an: Landammann Rolf Widmer (CVP), Landesstatthalter Andrea Bettiga (FDP), Marianne Lienhard (SVP) und Benjamin Mühlemann (FDP). Am 10. Juni wird das Kantonsparlament, der Landrat, neu bestellt.

Je zwei frei werdende Sitze in Ob- und Nidwalden

Im Kanton Obwalden werden am 4. März der fünfköpfige Regierungsrat und das 55-köpfige Parlament neu gewählt. Die beiden Regierungsräte Niklaus Bleiker (CVP) und Franz Enderli (CSP) stellen sich nicht mehr zur Wahl.

Der Obwaldner Kantonsregierung gehören aktuell vier Männer und eine Frau an. Neben den beiden Abtretenden sind dies Finanzdirektorin Maya Büchi-Kaiser (FDP), Sicherheitsdirektor Christoph Amstad (CVP) und der parteilose Baudirektor Josef Hess. Am 4. März wählen auch die Nidwaldnerinnen und Nidwaldner ihre siebenköpfige Regierung und das 60-köpfige Parlament, den Landrat, neu. Ihren Rücktritt per Ende Legislatur angekündigt haben Frau Landammann Yvonne von Deschwanden (FDP) sowie Landwirtschafts- und Umweltdirektor Ueli Amstad (SVP).

Neben den Zurücktretenden gehören zur Nidwaldner Kantonsregierung Justiz- und Sicherheitsdirektorin Karin Kayser (CVP), Volkswirtschaftsdirektor Othmar Filliger (CVP), Baudirektor Josef Niederberger (CVP), Alfred Bossard (FDP) sowie Landesstatthalter und Bildungsdirektor Res Schmid (SVP).

Maudet profitiert in Genf wohl von Bundesratskandidatur

In Genf werden im Frühling Regierung und Parlament neu gewählt. Zu den Wahlen für den Grossen Rat und dem ersten Wahlgang für die Regierung kommt es am 15. April. Für einen zweiten Wahlgang für die Exekutive ist der 6. Mai vorgesehen.

Von den sieben Mitgliedern der Kantonsregierung treten sechs zur Wiederwahl an, darunter auch der im Laufe der Bundesratswahlen in der gesamten Schweiz bekannt gewordene Pierre Maudet (FDP). Er dürfte das beste Resultat erzielen.

Als gefährdet gilt die Wiederwahl von Anne Emery-Torracinta (SP), der einzigen Frau in der Genfer Regierung. Ihr könnten Parteikollegen den Sitz streitig machen. Auch Mauro Poggia vom Mouvement Citoyens Genevois (MCG) muss zittern, weil sich seine Partei in einer schlechten Verfassung befindet. Das MCG muss sogar um den erneuten Einzug ins Kantonsparlament fürchten.

SVP drängt in Zürcher Stadtregierung

Das Stadtzürcher Stimmvolk kann am 4. März anlässlich der Erneuerungswahlen die neun Mitglieder des Stadtrats sowie das 125-köpfige Stadtparlament wählen. Vor allem bei den Stadtratswahlen ist die Ausgangslage spannend.

Gleich 15 Kandidierende kämpfen um die neun Sitze, von denen zwei durch Rücktritte frei werden. Die amtierende Stadtpräsidentin Corine Mauch (SP) bekommt Konkurrenz von Stadtrat Filippo Leutenegger (FDP) und GLP-Kandidat Andreas Hauri.

Aktuell sitzen im neunköpfigen Stadtrat vier Mitglieder der SP, zwei der FDP und je ein Mitglied der AL, der Grünen und der CVP – aber seit Jahrzehnten kein SVP-Vertreter. Dies soll sich nach dem Willen der momentan zweitstärksten Partei im Zürcher Gemeinderat ändern: Die SVP stellt gleich zwei Stadtratskandidaten.

Stärkste Partei im 125-köpfigen Gemeinderat ist momentan die SP mit 39 Vertretern, gefolgt von der SVP mit 23 und der FDP mit 21. Die Mehrheitsverhältnisse sind äusserst knapp: Schlägt sich die GLP auf die Seite der Bürgerlichen, dann haben diese zusammen eine Stimme mehr als die Linke.

SP will linke Mehrheit im Winterthurer Stadtrat

Auch in Winterthur finden am 4. März die Gesamterneuerungswahlen von Regierung und Parlament statt. Der siebenköpfige Stadtrat besteht heute aus je zwei Mitgliedern von FDP und SP sowie einem von CVP, SVP und Grünen, die alle wieder antreten – darunter auch der CVP-Stadtpräsident.

Mit einer dritten Kandidatin will die SP die linke Mehrheit im Stadtrat und das Präsidium zurückerobern. Auch die Grünliberalen kämpfen mit ihrer Kandidatin um das Stadtpräsidium sowie den Einzug in den Stadtrat. Ebenfalls im Rennen sind die Piratenpartei sowie ein Parteiloser. (ij/sda)

Erstellt: 02.01.2018, 11:07 Uhr

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