«Skisport muss für jedes Kind erschwinglich sein»

Alt-Bundesrat Adolf Ogi sieht den Schweizer Wintersport in Gefahr. Er macht konkrete Vorschläge zu dessen Rettung.

Will die Olympischen Winterspiele 2026 in die Schweiz holen: Adolf Ogi, hier bei der Verabschiedungsfeier von Alexander Tschäppät im Berner Bierhübeli (16. Dezember 2016)

Will die Olympischen Winterspiele 2026 in die Schweiz holen: Adolf Ogi, hier bei der Verabschiedungsfeier von Alexander Tschäppät im Berner Bierhübeli (16. Dezember 2016) Bild: Peter Klaunzer/Keystone

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Der Wintersport stecke in einer sehr schwierigen Situation, sagt Alt-Bundesrat Adolf Ogi. «Für die Regionen gibt es ein trauriges Erwachen im Frühling», so der ehemalige SVP-Politiker im «Sonntagsblick». Zahlreiche Skilager seien gestrichen worden, und viele Eltern könnten es sich schlicht nicht mehr leisten, ihren Nachwuchs auszurüsten und auf die Piste zu schicken.

In einem dramatischen Appell ruft Ogi zur Rettung der Ski-Nation Schweiz auf: «Alle müssen helfen, von Schweiz Tourismus über die Bergbahnen, die Schulen, Hotels, die Gemeinden, die Kantone, den Bund, die Skischulen bis hin zu den Sportartikelhändlern. Skisport muss für jedes Kind, ob reich oder arm, erschwinglich sein.»

«Wir dürfen die Spiele nicht Diktaturen überlassen»

Der langjährige Präsident des Schweizer Skiverbandes macht konkrete Vorschläge. «Wer nur zwei Stunden fahren will, soll keine Tageskarte bezahlen müssen! Oder anders: Wenn Stau am Berg ist, und ich meine Tageskarte nicht ausfahren kann, dann sollte ich eine Gutschrift bekommen.»

Zudem wirbt der Berner mit viel Elan für die olympische Idee im Land. Die Olympischen Winterspiele 2026 sollen in der Schweiz stattfinden. «Wir dürfen die Spiele nicht Diktaturen überlassen», sagt Ogi im «Sonntagsblick». Es ärgert ihn noch immer, dass die Schweiz die Winterspiele 2006 nicht erhalten hat.

Kritik an MEI-Umsetzung

Dafür verantwortlich macht er Sepp Blatter: Dieser habe ihn am entscheidenden IOC-Kongress hängen lassen, weil ihm ein Treffen mit Hillary Clinton wichtiger gewesen sei. Er hätte dafür sorgen sollen, dass die wichtigen IOC-Mitglieder aus dem Fussball Sion und nicht Turin unterstützten. «Ich glaube, wenn Sepp uns geholfen hätte, hätten wir den Zuschlag bekommen.»

Auch zur aktuellen Politik äussert sich der Alt-Bundesrat. Bei der Umsetzung der Masseneinwanderungsinitiative sei der Auftrag des Volkes nicht umgesetzt worden, hält er fest. «Der Bundesrat hat während dreier Jahre nicht geschickt verhandelt, das darf man heute und nach drei Jahren schon so sagen. Hier muss doch einer den Lead übernehmen und durchsetzen, dass die Landesregierung mit einer Stimme, einer Koordination und einer Kommunikation spricht. Das war in diesem Dossier sicher nicht der Fall», sagt Ogi im «Sonntagsblick». (chi)

Erstellt: 12.02.2017, 07:17 Uhr

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