So viel Geld erhielt Ulrich K. vom Staat

Für seine Pferdezucht im thurgauischen Hefenhofen gabs Bundesgelder.

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Der verurteilte Tierquäler von Hefenhofen TG hat im Laufe der Jahre Hunderttausende Franken an Direktzahlungen erhalten. Laut Angaben des Bundesamts für Landwirtschaft (BLW) hat der Kanton Thurgau aufgrund der schlimmen Zustände auf dem Hof des Pferdezüchters in den Jahren 2008 bis 2010 erstinstanzlich die gesamten Direktzahlungen für Ulrich K. verweigert. Aufgrund eines Bundesgerichtsurteils vom 18. Juni 2011 mussten dem Mann jedoch die nicht tierbezogenen Beiträge nachträglich für die Jahre 2008 bis 2010 bezahlt werden.

Die rechtskräftig veranlagten Direktzahlungsentscheide der Jahre 2008 bis 2013 führten unter Berücksichtigung des Bundesgerichtsentscheids zu einer Auszahlung von durchschnittlich 73'500 Franken pro Jahr bei einem theoretisch möglichen Bruttobetrag von 118'000 Franken.

Zu den Jahren 2014 bis 2016 kann das BLW aufgrund der laufenden Verfahren keine Auskunft geben. Es hält jedoch fest, dass bei den Direktzahlungen von Ulrich K. auch in den Jahren 2014 bis 2016 starke Kürzungen erfolgten und diese zurzeit bei verschiedenen Rechtsmittelinstanzen pendent sind. Der Mann bewirtschaftete im Durchschnitt in den Jahren 2008 bis 2013 rund 32 Hektaren Eigen- und Pachtland.

Verband wurde nicht informiert

Berichte verschiedener Medien zeigen zudem, dass Ulrich K. bis zuletzt auch Prämien für seine Freiberger Pferde kassiert hat. Dadurch sei mit Bundesgeldern ein Anreiz geschaffen worden, dass der Landwirt immer mehr Tiere gehalten habe, heisst es in einem Beitrag von «Schweiz aktuell».

Ulrich K. sei ein leidenschaftlicher Züchter der letzten Schweizer Pferderasse gewesen. Die Prämie des Bundes soll den Erhalt der Freiberger ermöglichen. Jeder Züchter kann pro geborenes Fohlen 500 Franken Prämie beantragen. Ausbezahlt wird sie eigentlich nur, wenn der Züchter die Vorgaben des Tierschutzes einhält.

Stéphane Klopfenstein, Geschäftsführer des Schweizerischen Freibergerverbandes in Avenches VD, sagte gegenüber dem «St. Galler Tagblatt», dass es seitens der Behörden keine Rückmeldungen zu Ulrich K. gegeben habe. Der Verband habe nichts von den Zuständen auf dessen Hof in Hefenhofen gewusst. Deshalb habe er keine Möglichkeit gehabt, die Prämien zu kürzen oder die Situation zu verbessern.

Bildstrecke - Die Pferde von Hefenhofen TG sind nun in Schönbühl

(Tages-Anzeiger)

Erstellt: 10.08.2017, 22:11 Uhr

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