So wohnen die Flüchtlinge in der Panzerhalle

Seit Mitte Dezember beherbergen zwei Panzerhallen auf dem Thuner Waffenplatz Asylsuchende. Über ihre Unterbringung sind die Männer geteilter Meinung.

115 Asylsuchende leben zurzeit auf dem Thuner Waffenplatz. Nicht alle sind mit der Unterkunft zufrieden. Video: Stefanie Hasler

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Die grauen Panzerhallen auf dem Thuner Waffenplatz wirken von aussen trist und kalt. Auch von innen sind die riesigen Hallen auf den ersten Blick alles andere als wohnlich. Holztische, durch Schliessfächer abgetrennte Schlafräume, Pinnwände mit Hausordnung, Verboten und Aktivitäten, ein paar Polstergruppen und eine Tischtennisplatte. «Sie betreten hier sozusagen das Wohnzimmer der Asylsuchenden», sagt Léa Wertheimer, Pressesprecherin des Staatssekretariats für Migration (SEM). Seit Mitte Dezember ist das Bundesasylzentrum in Thun in Betrieb. Gestern gewährte das SEM den Medien erstmals Einblick in das Zentrum und das Leben der Asylsuchenden auf dem Waffenplatz.

Kaum Privatsphäre

Die zwei Panzerhallen, die durch die Firma ORS betrieben werden, bieten Platz für 600 Flüchtlinge. Derzeit leben hier jedoch nur 115, ausschliesslich Männer. Sie sind ausnahmslos Dublin-Fälle und stammen meist aus Afghanistan, Sri Lanka, Marokko und Gambia. Die geringe Auslastung liegt an den aktuell rückläufigen Asylzahlen, so Wertheimer. «Wir wissen allerdings nicht, wie sich die Situation in der nächsten Zeit entwickelt. Sollten die Asylzahlen steigen, müssen wir bereit sein.»

Viel Privatsphäre gibt es nicht in der Halle. In den Schlafräumen befinden sich bis zu 24 Betten. Durch die Grösse der Halle kommt keine gemütliche Atmosphäre auf. Trotzdem sind viele der Asylsuchenden zufrieden mit der Unterbringung. Sie lernen selbstständig Deutsch, spielen Fussball oder arbeiten in einem der gemeinnützigen Beschäftigungsprogramme. Und doch beklagen sich auch einige, zum Beispiel über die Behandlung in der Unterkunft oder das Essen.

Im Mai ist Schluss

Die Asylsuchenden bleiben durchschnittlich 45 Tage auf dem Waffenplatz. Danach werden sie an die Kantone weitergeleitet, die für allfällige Rückweisungen verantwortlich sind. Obwohl der Betrieb und auch die Zusammenarbeit mit der Gemeinde und der Bevölkerung gemäss SEM und ORS gut laufen, ist im Mai Schluss. Dann werden die Tore des Bundesasylzentrums Thun geschlossen. Die Anlage wird für das Berner Kantonalturnfest benötigt. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 23.03.2016, 11:30 Uhr

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