Staubschicht verzieht sich nicht

Die Bedingungen, dass die Staubschicht über der Schweiz hängen bleibt, sind ideal – und aus Island melden Geologen, dass der Vulkan aktiver wird.

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Man müsse davon aussgehen, dass die Aschewolke voraussichtlich über der Schweiz liegen bleibe, hiess es am Samstagmorgen beim Bazl. Die Experten von Meteo Schweiz und dem Bundesamt für Zivilluftfahrt basieren ihre Anweisungen auf Berechnungen des Nationalen Britischen Wetterdienstes. Diese werden alle sechs Stunden aktualisiert.

Aus der Karte des Wetterdienstes (siehe Bildstrecke oben) geht hervor, dass sich die Staubwolke bis heute Abend kaum bewegt. Einzig über der Barentssee nördlich von Russland entspannt sich die Lage.

Der Wind wird schwächer

Die Bedingungen, dass die Aschewolke aus Vulkanstaub über Europa und der Schweiz hängen bleibt, sind geradezu ideal. Einzig der Wind könnte die Staubschicht vertreiben. Laut Reto Vögeli von Meteonews ist der Wind in der mittleren Luftschicht zwischen 4000 und 7000 Metern aber eher mässig. «Wir rechnen mit einer Windstärke von vier bis fünf Beaufort.» Dies entspricht einer Windgeschwindigkeit von rund 40 Km/h. Und gegen den Abend hin soll der Wind noch schwächer werden.

Der Wind bläst aus Nordosten, dies bedeutet, dass sich die Staubschicht also im Laufe des Tages gegen Südwesten ausbreiten und die Grenze zu Frankreich überschreiten wird. Allerdings wird die Konzentration der Staubschicht laufend geringer und somit sinkt die effektive Gefährlichkeit. Ein Grenzwert für Vulkanasche existiert laut Bazl nicht.

«Völliges Neuland»

Der Vulkanausbruch stellt Meteorologen vor grosse Herausforderungen. Vulkanasche über der Schweiz ist für Meteo Schweiz «völliges Neuland». Sogar altgediente Meteorologen mit jahrzehntelanger Erfahrung sprächen vom «ersten Mal», sagte Daniel Gerstgrasser im Gespräch mit der Nachrichtenagentur SDA. Das führe zu grossen Unsicherheiten. «Jeder Entscheid hat weitreichende Konsequenzen für die Luftfahrt», sagte Gerstgrasser.

Problematisch ist vor allem, dass nur einzelne Daten vorhanden sind. So habe die ETH einen Messwert liefern können und auch Meteo Schweiz in Payerne. Mittels Fernerkundungsmethode wurde ein optischer Strahl in die Atmosphäre gejagt. Mit dem gespiegelten Strahl, der Reflexion, sowie Satellitenbildern und Werten aus dem Ausland konnten die Meteorologen ermitteln, dass eine dünne Ascheschicht auf 4000 bis 5500 Metern über der Schweiz liegt, erklärte Gerstgrasser.

Vulkan wird stärker

Derweil meldet ein isländischer Geologe, dass die Aktivität des Vulkans Eyjafjallajökull an Intensität zugenommen hat. Eine Aschewolke stieg nach Angaben von Magnus Tumi Gudmundsson von der Universität von Island 8,5 Kilometer weit in die Höhe. Der Wind habe die Sicht am Vulkan verbessert, so dass sich Wissenschaftler am heutigen Samstag erstmals aus der Luft ein Bild von der aktuellen Lage machen könnten.

Wenn festgestellt werden könne, wie viel Eis geschmolzen sei, könnten bessere Prognosen darüber erstellt werden, wie lange der Ausbruch anhalten werde, sagte Gudmundsson. So lange noch ausreichend Eis vorhanden sei, könnten sich weitere Aschewolken bilden. Der Flugverkehr würde damit noch längere Zeit behindert.

Erstellt: 17.04.2010, 10:45 Uhr

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