Swiss streicht alle Flüge – 300 Menschen haben im Flughafen übernachtet

In den Flughäfen von halb Europa geht nichts mehr: Sämtliche Flüge für heute sind gestrichen. in Zürich hängen die Transfergäste im Gebäude fest.

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Zwischen 250 und 300 Flugpassagiere waren gezwungen, im Flughafen Kloten zu übernachten. Bis am Samstagmorgen sind knapp 500 Flüge gestrichen worden. Die Nacht sei am Flughafen ruhig verlaufen, sagte Marc Rauch, Sprecher des Flughafens Zürich auf Anfrage. In Zürich gestrandete Flugpassagiere hätten sich im Flughafengebäude in eine ruhige Ecke zurückgezogen und sich dort ein Nachtlager aufgebaut.

Passagieren, welche die Nacht am Flughafen verbrachten, gab der Zivilschutz Decken, Schlafsäcke, Toilettenartikel sowie Getränke und Essen ab. Das Personal des Flughafens Zürich habe zudem «ZürichCards» verteilt, sagte Rauch. Flugpassagiere können damit gratis die öffentlichen Verkehrsmittel in der Stadt Zürich benützen, Museen oder den Zoo besuchen.

Polizei stellt ausserdordentliche Visa aus

Damit Passagiere, die nicht aus dem Schengen-Raum stammen, das Flughafengebäude verlassen konnten, stellte die Kantonspolizei Zürich ausserordentliche Visa aus. Laut Polizeisprecher Stefan Oberlin hatte das Bundesamt für Migration die Genehmigung dazu erteilt. Insgesamt seien rund 60 solche Visa augestellt worden.

Die in Zürich gestrandeten Flugpassagiere bereiteten laut Oberlin der Polizei keine Probleme. Etliche Passagiere seien zwar verärgert gewesen, weil sie nicht weiterfliegen konnten. Zwischenfälle, die ein polizeiliches Eingreifen nötig gemacht hätten, habe es aber nicht gegeben.

«Situation nicht wesentlich verändert»

Der Luftraum über der Schweiz bleibt nach dem Vulkanausbruch in Island aus Sicherheitsgründen bis am Samstagabend um 20 Uhr gesperrt. Reisende müssen sich somit auch am Wochenende auf massive Behinderungen im Flugverkehr einstellen. Die Fluggesellschaft Swiss hat vorsorglich gar sämtliche Flüge bis Mitternacht gestrichen.

In ganz Mittel- und Nordeuropa bleiben die Flughäfen am heutigen Samstag geschlossen. Dies sagte ein Sprecher der europäischen Flugaufsichtsbehörde Eurocontrol am Samstag der Fernsehnachrichtenagentur APTN. «Die Situation hat sich gegenüber Freitag nicht wesentlich verändert», sagte Kenneth Thomas. Die gefährliche Zone der Aschewolke sei lediglich ein wenig nach Süden und Osten gezogen. Derzeit deute nichts darauf hin, dass sich die Situation bis zum Sonntag verändern werde.

Deutschland und Dänemark haben die Sperrung bereits bis 2 Uhr ausgedehnt. Offen ist der Luftraum über Portugal, Spanien, Süditalien, Bulgarien und südlich dieser Länder.

(ep/sda)

Erstellt: 17.04.2010, 11:32 Uhr

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