Swissgrid übernimmt weitere Teile des Übertragungsnetzes

Die Nationale Netzgesellschaft übernimmt nun auch die Installationen, die die bisherigen Besitzer nicht ausgegliedert hatten. Zu den noch ausstehenden Teilen gehört unter anderem die Netzgesellschaft des EWZ.

Bisherige Eigentümer werden entschädigt: Swissgrid-Isolatoren bei Laufenberg im Aargau. (Archivbild)

Bisherige Eigentümer werden entschädigt: Swissgrid-Isolatoren bei Laufenberg im Aargau. (Archivbild) Bild: Keystone

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Die Nationale Netzgesellschaft Swissgrid übernimmt weitere Teile des Strom-Übertragungsnetzes. Allerdings konnten aus verschiedenen verfahrenstechnischen Gründen nicht alle ausstehenden Teile übernommen werden, wie Swissgrid mitteilte.

Bei den übernommenen Anlagen handelt es sich um Installationen, die die bisherigen Eigentümer bis zur Übernahme des Schweizer Übertragungsnetzes durch Swissgrid vor einem Jahr nicht ausgegliedert hatten oder bei denen noch nicht geklärt war, ob sie zum Übertragungsnetz gehören.

Swissgrid entschädigt die bisherigen Eigentümer (AIL, AIL Servici, AET, EWO und SBB) mit 30 Prozent Swissgrid-Aktien im Wert von 10,7 Millionen Franken und 70 Prozent Darlehen im Wert von 24 Millionen Franken, wobei die Hälfte der Darlehen wandelbar sind.

Zusammenarbeit zwischen Swissgrid und Eigentümern

Dafür wurden mit Wirkung per heute im Rahmen einer Kapitalerhöhung Aktien im Nominalwert von 4,5 Millionen Franken sowie bedingtes Aktienkapital in der Höhe von 6,2 Millionen Franken neu geschaffen.

Auch bei dieser Netzübernahme sind zwei Bewertungsanpassungen vorgesehen, wie Swissgrid weiter schreibt. Die erste findet voraussichtlich Ende 2014 statt und die zweite und letzte, nachdem Wert und Umfang des gesamten Übertragungsnetzes rechtskräftig verfügt wurden.

Zu den noch ausstehenden Teilen des Übertragungsnetzes, die nicht übernommen werden konnten, gehören die Übertragungsnetzgesellschaft des EWZ sowie mehrere Stichleitungen. Swissgrid arbeitet laut der Mitteilung gemeinsam mit den Eigentümern weiterhin auf die Übertragung der Anlagen hin.

Bewertungsanpassung führt zu Steigerung des Eigenkapitals

Die erste Bewertungsanpassung der per 3. Januar 2013 an die Swissgrid AG überführten Übertragungsnetzanlagen hat zu einer positiven Wertveränderung geführt, wie Swissgrid weiter mitteilte. Entsprechend wurde am Montag zusätzliches Aktienkapital in der Höhe von 6,2 Millionen Franken im Handelsregister eingetragen. Die zweite Bewertungsanpassung werde erfolgen, nachdem der Wert der Übertragungsnetze durch die Gerichte sowie die Elektrizitätskommission (ElCom) rechtskräftig geklärt sein werde.

Mit der erfolgten Bewertungsanpassung ist der Wert des Eigenkapitals der Swissgrid von 591,8 Millionen Franken auf 622,0 Millionen Franken gestiegen. Die wandelbaren Aktionärsdarlehen wuchsen auf 724,4 Millionen Franken an.

Swissgrid hatte Anfang 2013 das 6700 Kilometer lange Schweizer Stromübertragungsnetz von den grossen Stromunternehmen in ihr Eigentum genommen und dafür gegen zwei Milliarden Franken bezahlt. Beim Eigentumswechsel hatten die Schweizer Stromunternehmen gegen die ElCom und Swissgrid geklagt, weil sie für ihr Stromnetz mehr Geld wollten, als die ElCom errechnet hatte. Das Bundesverwaltungsgericht hatte darauf entschieden, dass die ElCom den Wert des Schweizer Stromnetzes nochmals beurteilen muss. (ajk/sda)

Erstellt: 06.01.2014, 19:08 Uhr

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