Tausende erhalten verseuchte Polizei-E-Mails

Die Polizei warnt vor gefährlichen E-Mails, die in der gesamten Deutschschweiz im Umlauf sind. Anhänge sollten nicht geöffnet werden.

Die Abteilung Cybercrime der Kantonspolizei Zürich versucht, die Urheber der falschen Mails zu ermitteln.

Die Abteilung Cybercrime der Kantonspolizei Zürich versucht, die Urheber der falschen Mails zu ermitteln. Bild: Archivbild/Keystone

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Die Kantonspolizeien mehrerer Kantone warnen vor gefälschten E-Mails, die den Absender «Kantonspolizei» oder «Kriminalpolizei» tragen. Die Polizei empfiehlt, die Mails nicht zu öffnen und ungelesen zu löschen, weil sie einen schädlichen Trojaner enthalten.

So seien bei der Kantonspolizei Aargau am Dienstag mehrere Hinweise auf zugestellte, gefälschte E-Mails eingegangen, wie es in einer Mitteilung heisst. Als Anhang zu den E-Mails wird ein Word-Dokument versandt.

E-Banking-Trojaner

Dieses Vorgehen hat das Ziel, die Empfänger mit dem E-Banking-Trojaner «Retefe» zu infizieren. Die Nachrichten sind personalisiert, sprechen die Empfänger mit ihrem Namen an und enthalten Hinweise auf deren Wohn- oder Arbeitsort.

Bild: Kantonspolizei Aargau

Die Polizei rät dringend, nicht auf solche Nachrichten zu reagieren. Die Mails sollten gelöscht und unbekannte Anhänge auf keinen Fall geöffnet werden. In verschiedenen Kantonen sind in letzter Zeit vermehrt Hacker-E-Mails aufgetaucht.

Deutschschweiz betroffen

Auch die Kantonspolizei Zürich warnt vor solchen E-Mails. Sie können als Absender «Kantonspolizei Männedorf», «Kantonspolizei Nürensdorf» oder «Kantonspolizei Zürich» haben und verbreiten sich seit Dienstagvormittag. Der Dateianhang enthalte Schadsoftware.

Die gefälschten Nachrichten kursieren derzeit auch in den Kantonen Bern, Thurgau, St. Gallen und Basel-Landschaft. Die Abteilung Cybercrime der Kantonspolizei Zürich versucht, die Urheber der falschen Mails zu ermitteln.

Auch bei den Zentralschweizer Polizeikorps seien am Dienstag mehrere Meldungen solcher Mails eingegangen, heisst es in einer Mitteilung. Diese geben an, von einem Polizeiposten am Wohnort der adressierten Person zu stammen, und enthalten angeblich eine Information über eine gefährliche Person im näheren Umfeld.

In den letzten Stunden wurde auch der Schaffhauser Polizei mehrmals gemeldet, dass gefälschte E-Mails im Umlauf seien. Die E-Mails wurden mit dem Absender «Kantonspolizei Schaffhausen» versehen.

«Brutale Straftat»

In den Mails geben sich Unbekannte als Polizisten aus und informieren angeblich über einen Verdächtigen, der im Ort eine brutale Straftat verübt habe. Weiter werden die Empfänger dazu aufgerufen, die Informationen über den Gewalttäter im angehängten Word-Dokument nachzulesen und sie weiterzuleiten.

(oli/sda)

Erstellt: 06.03.2018, 16:34 Uhr

Artikel zum Thema

Sicherheit im E-Banking: Bleiben Sie wachsam!

Geldblog Internetkriminelle nutzen die Schwachstellen der Kunden, nicht diejenigen der Bank. Zum Blog

Top-Banker fallen auf E-Mail-Streich herein

Ein Brite schrieb unter anderem an den Chef der Bank of England, gab sich als Kollege aus und bekam offenherzige Antworten. Was lustig tönt, zeigt gefährliche Sicherheitslücken. Mehr...

Betrüger ködern mit gefälschten Polizeimails

Zurzeit kursiert eine Mail mit dem Absender der Kantonspolizei Zürich. Die Ermittler raten: sofort löschen. Mehr...

Die Redaktion auf Twitter

Stets informiert und aktuell. Folgen Sie uns auf dem Kurznachrichtendienst.

Blog

Blogs

Geldblog Clariant ist bereit für neue Dimensionen

Von Kopf bis Fuss Die Schönheit zum Schlucken boomt

Paid Post

Freizeit und Reisen

Viele Ausflugsziele für den «goldenen Herbst» finden Sie in der aktuellen SBB Zeitungsbeilage «Freizeit und Reisen».

Die Welt in Bildern

Kultur für Kleine: In Dresden öffnet die erste Kinderbiennale in Europa. Anders als sonst im Museum, kann und darf hier selbst gestaltet und mitgemacht werden. (21. September 2018)
(Bild: Sebastian Kahnert/dpa) Mehr...