Thomas Minder, «der neue Wilhelm Tell»

In der Talk-Show von Günther Jauch wurde Thomas Minder gestern Abend als Vorreiter der Anti-Abzocker-Diskussion in Deutschland gefeiert. Seine Initiative sei «der neue Exportschlager der Schweiz».

Illustre Runde: Thomas Minder (rechts) debattierte im deutschen Fernsehen mit FDP-Politiker Rainer Brüderle, AWD-Gründer Carsten Maschmeyer, dem Journalisten Marcel Reif, Moderator Günther Jauch und Linken-Politikerin Sahra Wagenknecht (v.l.n.r). (Bild: Screenshot ARD)

Illustre Runde: Thomas Minder (rechts) debattierte im deutschen Fernsehen mit FDP-Politiker Rainer Brüderle, AWD-Gründer Carsten Maschmeyer, dem Journalisten Marcel Reif, Moderator Günther Jauch und Linken-Politikerin Sahra Wagenknecht (v.l.n.r). (Bild: Screenshot ARD)

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«Für seine Anhänger ist er der neue Wilhelm Tell, für seine Gegner ein notorischer Querulant»: Mit diesen Worten stellte ARD-Talker Günther Jauch in der gestrigen Sendung seinen Gast aus der Schweiz vor. Thomas Minders Abzockerinitiative, die vom Schweizer Volk am letzten Sonntag mit 68 Prozent Ja-Stimmen angenommen wurde, sei der «neue Exportschlager der Schweiz» – neben Käse und Schokolade.

Minder war eingeladen worden, um mit deutschen Politikern und Wirtschaftsvertretern über Managergehälter zu debattieren. Thema der Sendung: «Den Managern ans Gehalt! Brauchen wir ein Gesetz gegen die Gier?» Denn mit seiner Abzockerinitative habe Minder in der letzten Woche nicht nur die Schweiz, sondern auch Deutschland erschüttert, so Jauch. «Deutschland diskutiert, was die Schweiz vorgemacht hat.»

«Eine wunderschöne Initiative»

Für Minders Initiative gab es von den Talk-Gästen zunächst viel Lob: Sie sei «grossartig», weil sie eine wichtige Debatte angestossen habe, sagte Sahra Wagenknecht, Vorsitzende der deutschen Linken. Rechtsanwalt Klaus Nieding bezeichnete sie gar als «wunderschön». Die Schweizer machten es «ordentlich», meinte sogar Rainer Brüderle, Fraktionschef der Deutschen FDP, «weil sie das Bestimmungsrecht wieder den Firmeneigentümern in die Hände legen». Doch, so Anwalt Nieding weiter: «Für Deutschland wäre eine Vorlage wie die Abzockerinitiative die falsche Lösung.» Im Grunde werde damit nämlich das kopiert, was Deutschland schon erreicht habe: Das Bestimmungsrecht liege bereits bei den Aktionären.

Die Diskussion drehte sich darum in der Folge auch weniger um die Stärkung der Aktionärsrechte als um die gesetzliche Begrenzung der Managergehälter, beispielsweise durch eine Deckelung des höchsten im Vergleich zum niedrigsten Lohn. Sie glaube nämlich nicht, dass die Aktionäre der Abzockerei tatsächlich einen Riegel vorschieben können, sagte dazu Wagenknecht. Es brauche gesetzliche Grenzen für die Gehälter der Top-Kader, «das 20-fache der unteren Einkommensgruppen ist vernünftig».

So kam die Runde auf die 1:12-Inititative von Juso und SP zu sprechen, über welche die Schweiz wohl im Herbst abstimmt. Minder bestätigte in der Sendung nochmals, dass die Initiative zwar gute Chancen habe, seiner Meinung nach jedoch zu weit gehe. Sinnvoller sei es, die Deckelung statt in der Verfassung in den Firmenstatuten festzulegen. (fko)

Erstellt: 10.03.2013, 23:31 Uhr

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