Ueli Maurer und die 35 Leibwächter des Papstes

In Gegenwart von Ueli Maurer wurden im Vatikan 35 Schweizer Gardisten vereidigt. Zuvor traf sich der Bundesrat mit Papst Franziskus zu einem Vier-Augen-Gespräch.

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Bei einer traditionellen Zeremonie im Vatikan sind am Montag 35 Schweizer Garden vereidigt worden. Die neuen Mitglieder der Leibwache des Papstes, die zu dem Anlass in ihren traditionellen gestreiften Uniformen gekleidet waren, legten den Eid am Abend in Gegenwart des Schweizer Bundespräsidenten Ueli Maurer ab.

Papst Franziskus liess sich bei der Zeremonie im Damasus-Hof des apostolischen Palastes durch den Staatssekretär, Erzbischof Angelo Becciu, vertreten. Zuvor hatte Franziskus bei einem Empfang in einem Saal des Vatikan-Palastes den Garden für ihren «grosszügigen und kostbaren Dienst» für den Papst und die Kirche gedankt. «Jeden Tag kann ich persönlich die Hingabe, die Professionalität und die Liebe, mit der Sie Ihre Aufgaben ausführen, erleben», sagte der Papst.

Maurer trifft Franziskus

Die Zeremonie findet jedes Jahr zum Gedenken an die Verteidigung von Papst Clemens VII. durch die Schweizer Garden während der Plünderung Roms durch die Truppen Karl V. am 6. Mai 1527 statt. Vor der Vereidigung der neuen Päpstlichen Schweizergarde fand heute Vormittag im Vatikan ein Treffen zwischen Papst Franziskus und Ueli Maurer statt. Der Bundesrat sei vom Oberhaupt der katholischen Kirche sehr herzlich begrüsst worden, berichtete die italienische Nachrichtenagentur Ansa. Papst Franziskus und sein Schweizer Gast hätten einige Worte in deutscher Sprache gewechselt.

Die Privataudienz mit einem Übersetzer dauerte 16 Minuten. Über den Inhalt des Gesprächs wurde nichts bekannt gegeben.

Vereidigung von 36 Rekruten

Am späten Nachmittag wird Maurer an der Vereidigung von 36 Rekruten der Schweizergarde teilnehmen. Vollzählig dabei ist auch die Zuger Kantonsregierung. Die Vereidigung der neuen Gardisten findet traditionell am 6. Mai als Erinnerung an die 147 Soldaten statt, die während der Plünderung Roms (Sacco di Roma) im Jahre 1527 gefallen sind.

Die Päpstliche Schweizergarde untersteht dem Papst und nimmt Ehren- sowie Sicherheitsdienste wahr. Sie ist der älteste bestehende Verband in der Schweizer Militärgeschichte, stellt aber keine Einheit der Schweizer Armee dar. (rub/mrs/sda)

Erstellt: 06.05.2013, 21:35 Uhr

Bildstrecke

Unbekümmerter Papst, sorgenvolle Schweizergarde

Unbekümmerter Papst, sorgenvolle Schweizergarde Franziskus schüttelt Hände, umarmt Gläubige und nimmt Babys auf den Arm. Im Unterschied zu seinem Vorgänger ist der neue Papst unbekümmert und bereitet seiner Leibwache Sorgen.

Artikel zum Thema

«Bodyguard ist kein passender Ausdruck»

Interview Kaum jemand kommt dem Papst so nahe wie Daniel Anrig, der Kommandant der päpstlichen Schweizergarde. Die spontanen Aktionen von Franziskus sind für die Personenschützer eine Herausforderung. Mehr...

Keine Verschnaufpause für Schweizer Gardisten

Die Zeit des leeren Stuhls bedeutet für die Schweizergarde nicht weniger Arbeit. Sobald das Pontifikat des Papstes um 20 Uhr endet, sind sie für die Sicherheit der Kardinäle während des Konklave verantwortlich. Mehr...

Die päpstliche Charme-Offensive

Er verzichtet auf Insignien eines Papstes, predigt im Stehen und tritt auch an Ostern im schlichten Gewand vor die Menschenmenge. Franzikus überraschte in Rom mit klaren Worte und ungewohnten Akzenten. Mehr...

Blog

Kommentare

Die Welt in Bildern

Kampf gegen Rassismus: Ein Demonstrant protestiert gegen die Kundgebung «Liberty of Death», eine Versammlung von Rechtskonservativen vor der Seattle City Hall in Seattle, Washington. (18. August 2018)
(Bild: Karen Ducey/AFP/Getty) Mehr...