Und wieder steigen die Krankenkassenprämien

Online-Vergleichsdienste sagen für 2012 einen moderaten Anstieg der Krankenkassenprämien um 3 bis 5 Prozent voraus. Besonders die Jungen müssen wieder tiefer in die Tasche greifen.

Anstieg in Prozent

Quelle:BAG

Das Bundesamt für Gesundheit gibt die definitiven Prämien für 2012 Ende September bekannt: Anstieg über die Jahre.


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Bewahrheiten sich die Prognosen der Internetvergleichsdienste, so steigen die Krankenkassenprämien für das kommende Jahr eher moderat an. Comparis.ch geht von einem Prämienanstieg von 3 Prozent aus, Bonus.ch prognostiziert ein Wachstum von gut 5 Prozent.

Die Durchschnittszahlen sind jedoch mit Vorsicht zu geniessen, denn einerseits basieren sie auf den voraussichtlichen Prämien von gut 70 Prozent der Versicherten, und anderseits gibt es grosse kantonale Unterschiede. Beide Vergleichsdienste berechnen die Prämienerhöhung gewichtet nach Mitgliederzahlen der Krankenkassen, sie benutzen jedoch unterschiedliche Methoden.

Bern und Tessin dürfen aufatmen

Comparis.ch geht davon aus, dass in den Kantonen Appenzell Innerrhoden die Prämien um 8 Prozent ansteigen und im Jura um 7 Prozent. In den Kantonen Appenzell Ausserrhoden, Freiburg, Glarus und Uri sollen sie um jeweils 6 Prozent zunehmen, wie der Vergleichsdienst mitteilt.

Bei Bonus.ch figurieren teilweise dieselben Kantone auf der Negativrangliste, jedoch in anderer Reihenfolge. Der Westschweizer Vergleichsdienst sagt für die Kantone Zug (8,6%) und Uri ( 8,5%) den grössten Prämienanstieg voraus, gefolgt von Innerrhoden (7%), Zürich ( 6,9%) und Basel-Stadt ( 6,6%). Aufatmen dürfen gemäss beiden Diensten die Berner und die Tessiner. In ihren Kantonen soll es beinahe zu einer Nullrunde kommen.

Junge müssen mehr abliefern

Berechnet auf die Altersgruppen, werden 2012 wiederum die jungen Erwachsenen zwischen 18 und 25 Jahren tiefer in die Tasche greifen müssen. Dies widerspiegle kaum den Anstieg bei den Gesundheitskosten, schreibt Comparis.ch. «Vielmehr dürften wie bereits im letzten Jahr einige Krankenkassen ihre früheren Rabatte für diese Altersgruppe reduziert haben.»

Bonus.ch geht davon aus, dass auch die Versicherten mit hohen Franchisen mit höheren Prämien rechnen müssen. Prämien von Versicherten mit einem Managed-Care-Modell hingegen dürften mit einem moderateren Anstieg rechnen.

Tiefe Gesundheitskosten

Grund für die durchschnittlich moderate Runde mit den kantonalen Ausschlägen ist gemäss Comparis.ch die neue Spitalfinanzierung, die Bern und das Tessin entlastet, Innerrhoden aber eher belastet. Zudem sind in Innerrhoden gemäss Bundesamt für Gesundheit (BAG) im ersten Halbjahr 2011 die Gesundheitskosten um 10 Prozent gestiegen. Gesamtschweizerisch hingegen sind sie um durchschnittlich 0,7 Prozent angewachsen.

Im vergangenen Jahr stiegen die Krankenkassenprämien um durchschnittlich 6,5 Prozent. Comparis.ch hatte einen Anstieg von 8 Prozent vorausgesagt, Bonus.ch von fast 11 Prozent. Das BAG wird die definitiven Prämien wie üblich Ende September bekannt geben. (ami/sda)

Erstellt: 13.09.2011, 13:19 Uhr

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