Uri will keinen sanierten, sondern einen neuen Gotthardtunnel

Die Urner Regierung will einen Ersatztunnel für den Strassenverkehr durch den Gotthard. Auf die Sanierung des heutigen Tunnels der A2 soll verzichtet werden, sie aus wirtschaftlichen Gründen nicht tragbar.

Kein grünes Licht für die Sanierung: Der Kanton will lieber eine neue Röhre.

Kein grünes Licht für die Sanierung: Der Kanton will lieber eine neue Röhre. Bild: Keystone

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Der Regierungsrat wolle den Bau einer Ersatzröhre für den Gotthard-Strassentunnel als Teil des Erhaltungskonzepts. Er lehne aber den Bau einer zweiten Röhre mit einer anschliessenden Sanierung des bestehenden Tunnels ab, weil dies auch dem Verlagerungsziel widerspreche.

Die Urner Regierung unterbreitet dem Kantonsparlament (Landrat) im Januar darum einen Gegenvorschlag zur Volksinitiative der Jungen SVP (JSVP) Uri. Dieser verpflichte den Kanton Uri, beim Bund eine Standesinitiative einzureichen für den Bau einer Ersatzröhre ohne anschliessende Sanierung der heute bestehenden Röhre. Damit können die Vorteile einer Ersatzröhre genutzt und gleichzeitig die kritischen Nachteile der Initiative vermieden werden.

Was mit dem Tunnel geschieht, solle später entschieden werden - allenfalls nach Erreichen des Zieles, den Schwerverkehr auf die Strasse zu verlagern. Eine weitere zur Diskussion stehende Variante ist ein Autoverlad während der Sanierung.

Tunnel müsste 2025 saniert werden

Der 30-jährige Gotthard-Strassentunnel müsste im Jahr 2025 saniert werden. Je nach Sanierungsvariante müsste der Tunnel der A2 während zweieinhalb bis dreieinhalb Jahren gesperrt werden. Um diese Probleme zu lösen, steht der Bau einer zweiten Röhre zur Diskussion. Im Vollausbau könnte danach der Verkehr vierspurig durch den Gotthard geführt werden. Diese Lösung widerspricht aber der Verfassung, die einen Ausbau der Kapazität verbietet.

Ein Kompromiss wäre, dass in jeder der beiden Röhre der Verkehr nur einspurig geführt würde. Das verlangte auch die von der Jungen SVP des Kantons Uri eingereichte Initiative «Für mehr Sicherheit im Gotthard-Strassentunnel». (pbe/sda)

Erstellt: 07.12.2010, 12:04 Uhr

Ideen zur Sanierung

In der Zeit von 2020 bis 2025 muss Gotthard-Strassentunnel saniert werden. Die Kostenschätzungen liegen zwischen 800 und 920 Millionen Franken. Während zweieinhalb bis dreieinhalb Jahren muss der Tunnel dann gesperrt werden. Die Sperrzeiten hängen vom Sanierungskonzept ab. Bei einer durchgehenden Sperrung rechnet das Bundesamt für Strassen (Astra) mit zweieinhalb Jahren, bei einer Etappierung mit Öffnung des Tunnels im Sommer mit dreieinhalb Jahren Umbauzeit. Um das Verkehrsaufkommen zu bewältigen, zeichnen sich vier Möglichkeiten ab:

1. Autoverlad;
2. Vollausbau;
3. Zwei Röhren - zwei Spuren;
4. Verzicht auf Sanierung - neuer Tunnel.

Artikel zum Thema

Gotthard-Strassentunnel nach Brand gesperrt

Mitten im Tunnel ist ein Auto heute Mittag in Brand geraten. Der Tunnel ist in beiden Richtungen gesperrt. Mehr...

Bürgerliche Allianz für zweite Gotthard-Röhre steht

Wenige Tage vor dem Neat-Durchstich fordern SVP, FDP, CVP und BDP vom Bundesrat einen zweiten Gotthard-Strassentunnel. Mehr...

Der längste Tunnel der Schweiz feiert Geburtstag

Vor dreissig Jahren wurde der Gotthard-Strassentunnel eröffnet. Der wichtigste Alpenübergang der Schweiz ist seither nicht mehr wegzudenken, auch wenn Staus den Verkehrsfluss oft behindern. Mehr...

Blogs

Geldblog Negativzinsen: Was soll das?

Mamablog Ach, diese Instagram-Muttis!

Weiterbildung

Gamen in der Schule

Die Schule bereitet Kinder auf die Arbeitswelt vor. Das Rüstzeug soll auch spielerisch vermittelt werden.

Die Welt in Bildern

Harter Einsatz: Ein Demonstrant wird in Santiago de Chile vom Strahl eines Wasserwerfers getroffen. Die Protestbewegung fordert unter anderem höhere Untergrenzen für Löhne und Renten, günstigere Medikamente und eine neue Verfassung, die das Grundgesetz aus den Zeiten des Diktators Augusto Pinochet ersetzen soll. (9. Dezember 2019)
(Bild: Fernando Llano) Mehr...